Leutfresserweg

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Leutfresserweg  

Stadtbezirk: Steinbachtal
Postleitzahl: 97082
Bus: Buslinie 35

Gut zur Neuen Welt im Leutfresserweg
Leutfresserweg 10
Leutfresserweg (um 1910)

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Der Leutfresserweg verbindet die Nikolausstraße mit dem Spechtweg an der Gemarkungsgrenze nach Höchberg.

Namensgeber[Bearbeiten]

Der Leutfresserweg hat verschiedene Deutungen erfahren die Thomas Memminger in seinem Buch Würzburgs Straßen und Bauten zusammengefasst hat. [1]

Nach einer hätten sich in der dortigen Lage zahlreiche Steinbrüche befunden. Der Weg zu selbigen musste in Felsen gehauen werden. Sowohl in den Steinbrüchen selbst als auch namentlich in dem Hohlweg seien viele Arbeiter verunglückt. Dadurch sei der Name Leutfresserweg entstanden.

Nach Memminger erklärte der 1909 verstorbene Heimatforscher und Lehrer Johannes Schmidkontz in seiner 1897 erschienenen Schrift Würzburger Ortsnamen den Namen damit, dass der Weg früher durch eine tief in den Felsen aus Wellenkalk künstlich eingeschnittene Schlucht führte, welche nunmehr zugeschüttet sei. Weil nun die Anlegung dieses Weges in früherer Zeit, wo Sprengungen usw. noch nicht bekannt waren, große Mühe erforderte, sei die Sage entstanden, dass dieser Weg von den Riesen, deren Bezeichnung als Menschenfresser aus Märchen bekannt sei, angelegt worden sei. Von dieser Sage sei auch der Name Leutfresserweg abgeleitet. Dieser Wegname soll nach Schmidkonz auch an anderen Orten auftreten.

Für eine dritte Deutung zitiert Memminger einen namentlich nicht genannten Autor, nachdem der Name von den Fratzenköpfen abgeleitet sei, die in den dortigen Steinbrüchen vermutlich hergestellt wurden: „Wer hier die großen Torbogen alter Häuser aufmerksam betrachtet, wird manchmal finden, daß deren Schlußsteine zu Fratzenköpfen mit weit aufgerissenen Mäulern ausgemeißelt sind (z. B. am Zandthof). Diese nannte man Leutfresser, wohl symbolisch deshalb, weil sie täglich gar viele Leute, die eintreten, 'verschluckten'. Wenn nun im fraglichen Hohlweg Steinbrüche waren, so ist es nicht ausgeschlossen, daß dort auch Steinmetze ihre Werkstätten hatten, in denen sie diese Schlusssteine, die Leutfresser, hergestellt haben, die dann von dort aus den Weg in die Stadt nahmen. Vielleicht ist auf diese Weise der Name des Weges entstanden.“ Ein ebenfalls nicht genannter Autor bemerkt dazu laut Memminger: „Ursprünglich war die Straße eine tiefeingeschnittene Felsenschlucht (mittelhochdeutsch 'Maas' oder 'Maser', wonach die dortige Feldlage „Maas“ und jetzt der oberhalb am Nikolausberg gelegene „Maasweg“ benannt ist). Der Name Leutfresser ist von einer weiter westlich liegenden Feldlage entlehnt, hat aber weder mit sagenhaften Unholden noch mit angeblichen zahlreichen Unglücken in den dortigen Steinbrüchen etwas zu tun. Vielmehr ist der Name Leutfresser eine sprachliche Verderbung des Namens eines früheren Besitzers der Feldlage namens Leutfried (mittelhochdeutsch 'Liutfred').”

Als letzte Deutung führt Memminger jene eines gewissen „J. Stuhl“ an bei dem es sich vermutlich um den Lehrer Kaspar Stuhl handelt der auch onomastische Arbeiten über Ortsnamen in Sachsen-Anhalt veröffentlich hat. Nach diesem setzt sich Leutfresser aus den alten deutschen Wörtern für Volk und Weiderecht zusammen. Gemeint sei damit eine Gemeindewiese die für jedermann zugänglich war. Diese hätte sich in der Vergangenheit auf dem Nikolausberg befunden und der Leutfresserweg sei der Weg dorthin gewesen. Dies scheint die naheliegendste Erklärung zu sein, da noch auf der Stadtplanbeilage zum Würzburger Adressbuch von 1937 das Waldstück oberhalb der Neuen Welt als Leutfresser bezeichnet wird. [2]

Auf Antrag der Anwohner wurde Leutfresserweg am 17. März 1919 vom Stadtrat in Leutfriedstraße umbenannt. Die Umbenennung setzte sich im Würzburger Sprachgebrauch allerdings nicht durch, so dass man nach wenigen Jahren zum ursprünglichen Namen zurückkehrte.

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

  • Der Leutfresserweg führt mitten durch das ehemalige landwirtschaftliche Gut zur Neuen Welt.

Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Friedrich-Ebert-Stiftung Gesellschaft für Politische Bildung e.V., Akademie Frankenwarte (Leutfresserweg 81-83)

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestellen: Kleßbergsteige, Kniebreche, Obere Landwehr


Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Angrenzende Straßen und Steige[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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