Johann Michael Bönicke

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Johann Michael Bönicke (* 10. Januar 1734 in Würzburg; † zwischen 24. Mai und 31. Mai 1811 in Wien) war katholischer Geistlicher und zeitweise Ortspfarrer in Holzkirchen.

Familiäre Zusammenhänge

Sein jüngerer Bruder war der Historiker, Herausgeber und Rechtsprofessor an der Universität Würzburg Christian Bönicke.

Geistliche Laufbahn

Bönicke trat am 31. Oktober 1752 in das Würzburger Priesterseminar ein. 1755 wurde er zum Subdiakon und 1756 zum Diakon geweiht. Seine Priesterweihe erhielt er 1757. Ab 1759 war er als Moderator, d.h. als Vorsteher beziehungsweise Hausgeistlicher eines adeligen Domherrn aus der Familie von Schaumberg im Hochstift Bamberg tätig. Danach fungierte er als Hofmeister, d.h. als Verwalter bei den fränkischen Freiherren von Münster in der Region Schweinfurt.

Ortspfarrer in Holzkirchen

Vom 12. August 1767 bis zum 19. Februar 1772 war er Pfarrer der Gemeinde St. Michael in Holzkirchen mit der Filiale St. Maria und St. Johannes in Wüstenzell, gleich darauf Pfarrer in Etzelskirchen.

Konsistorialrat und -kanzler in Salzburg

Auf Empfehlung von Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim wurde Bönicke im Februar 1773 von Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo-Waldsee [1] des Erzstifts Salzburg als Geheimer Sekretär angestellt. Als solcher war er besonders tätig in der Beseitigung von Missständen im Salzburgischen Seelsorge- und Schulwesen. Bönicke gilt als der eigentliche Verfasser von Colloredos berühmtem, in viele europäische Sprachen übersetztem Hirtenbrief vom 29. Juni 1782 über das Wesentliche und nicht Wesentliche der Religion und des Gottesdienstes in 52 Artikeln [2], in dem unter anderem die Ersetzung des lateinischen durch den deutschen Kirchengesang verfügt, eine Anzahl von Volksbräuchen abgeschafft und die Entbarockisierung der Kirchenausstattung eingeleitet wurde. 1786 war er auch an der Abfassung der „Emser Punktation“ [3] beteiligt, mit der die drei rheinischen Erzbischöfe u.a. die päpstliche Jurisdiktionsgewalt im Heiligen Römischen Reich bestritten.

Nach der Säkularisierung wurde Bönicke in den Jahren 1804 und 1805 kurfürstlich salzburgischer geistlicher Administrationsrat, dann wirklicher Rat des erzbischöflichen Konsistoriums und Kanzler sowie Kanonikus zu Maria Schnee in Salzburg.

Siehe auch

Quellen und Literatur

Weblinks

Erläuterungen und Hinweise

  1. Hieronymus von Colloredo-Waldsee war 1761–1772 Bischof von Gurk und 1772–1803 der letzte regierende Fürsterzbischof des Erzstifts Salzburg, danach noch von Wien aus bis zu seinem Ableben geistliches Oberhaupt der Erzdiözese Salzburg. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  2. Text abgedruckt in: Hieronymus Joseph Erzbischofs … Hirtenbriefe gesammelt ... (Salzburg, Verlag des Waisenhauses, 1782).
  3. Die Emser Punktation war eine im August 1786 beschlossene Erklärung, Punktation genannt, der vier der deutschen Nation zugehörigen Erzbischöfe des Heiligen Römischen Reiches, nämlich der drei geistlichen Kurfürsten und des Fürsterzbischofs von Salzburg. Darin wurde die Unabhängigkeit der bischöflichen Gewalt gegenüber der päpstlichen betont. Weitere Informationen bei Wikipedia [2].
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