Johann Balthasar Buchler

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Johann Balthasar Buchler (* 20. Juli 1732 in Gerlachsheim [1]; † 30. September 1780 in Würzburg) war Hofkammerrat und Lederfabrikant in Würzburg.

Familiäre Zusammenhänge

Johann Balthasar war der 2. Sohn des 1695 in Gerlachsheim geborenen Weinhändlers Johann Martin Buchler und der Weinhändlerstochter Anna Eva, geborene Abendanz aus Distelhausen.

Leben und Wirken

Während der ältere Bruder Johann Rudolf Buchler (* 26. Juli 1730) sich als Weinhändler in Königheim niederließ, begann Johann Balthasar ein Jurastudium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Nach der Beendigung seines Jurastudiums trat er als Sekretär in die Dienste der fränkischen Adelsfamilie von Fechenbach. In den Jahren 1756/1757 ehelichte Johann Balthasar Maria Anna Bott, das älteste Kind des hochfürstl. Würtzburg. Amts Kellers in Eltmann Johann Wilhelm Bott und seiner Ehefrau Apollonia.

Johann Balthasar wird in den Quellen [2] ab 1758 in Eltmann als Amtsnachfolger seines Schwiegervaters Wilhelm Bott genannt. Nach der Hochzeit lebte das Ehepaar anfangs einige Zeit in Würzburg. Der Amtskeller Johann Balthasar Buchler und seine Ehefrau Anna Maria bezogen dann ihren endgültigen Wohnsitz in Eltmann, wo sich die junge Familie bald vergrößerte. Als 3. Kind wurde am 15. August 1759 Georg Adam Ernst Franziskus Xaver Maria in Eltmann geboren.

Hofkammerrat in Würzburg

Im Jahre 1772 endete Johann Balthasars Berufstätigkeit in Eltmann. Der neue Amtskeller ab 1773 hieß Karl Friedrich Wilhelm Weisse. Buchler lässt sich zwischen 1773 und 1776 in Eltmann nicht mehr nachweisen. Ab 1777 erschien er dann als Hofkammerrat und somit als eines der Mitglieder der hochstiftischen Regierung in Würzburg.

Am 26. Juni 1777 beantragte der Hofkammerrat Johann Balthasar Buchler in Würzburg die Genehmigung zur Errichtung einer Lederfabrik auf einem freien Grundstück. Er argumentierte, dass dort der Wasserlauf der Pleichach vorbeiführte, weswegen dieser Platz für sein Vorhaben und den Wasserverbrauch der vorgesehenen Gerberei geeignet wäre. Obwohl die Würzburger Rotgerbermeister am 25. September 1777 gegen diese neue Konkurrenz Einspruch erhoben, erhielt Hofkammerrat Buchler von den höchsten Regierungsstellen am 31. Oktober 1777 dennoch die Genehmigung zum Bau und begann 1778 mit seinen Gesellen die Lederverarbeitung.

Lederfabrikant

Für den Bau eines Spezialbetriebs für Lederverarbeitung gab es für den Regierungsbeamten Johann Balthasar Buchler einen guten Grund: Der 1759 geborene Sohn Georg Franz lernte von ca. 1774 bis 1776 den Beruf des Rotgerbers. Nach dessen Freisprechung als Geselle reifte wohl bei seinem Vater der Plan zur Errichtung einer Fabrik. Nachdem Johann Balthasar bereits am 30. September 1780 im Alter von erst 48 Jahren verstorben war, wurde der Sohn in der Firmenleitung in Würzburg dringend benötigt.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Dreihundert Jahre Buchler - die Unternehmen einer Familie, 1651 - 1958. Herausgegeben von Walter Buchler, Braunschweig 1958 (Onlinefassung)
  • Heinrich Weisel: Johann Balthasar Buchler (Eltmänner Amtmann, Hofkammerrat in Würzburg, Wohltäter der Wallfahrtskirche Maria Limbach und Lederfabrikant): seine Herkunft und Spuren seiner Nachkommen. In: Frankenland Heft 4/2019, S. 220 ff.

Einzelnachweise

  1. Katholisches Pfarramt Hl. Kreuz Gerlachsheim, Taufbuch 1728-1749: 20.07.1732 Johann Balthasar Buchler.
  2. Diözesanarchiv Würzburg, katholische Pfarrei Eltmann, Personendaten „Bott“.