Joachim Gerlach

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Prof. Dr. Joachim Gerlach (* 30. März 1908 in Breslau; † 7. April 1989 in Würzburg) war Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik Würzburg und führte die Intubationsnarkose bei Hirnoperationen ein.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Gerlach war seit 1. November 1938 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung in Berlin-Buch tätig, erhielt seine neurochirurgische Ausbildung aber im Wesentlichen während des Krieges im Reservelazarett 127, ein neurochirurgisches Sonderlazarett des Heeres auf dem Berliner Institutsgelände, wo er 1944 die Leitung übernahm. Werner Wachsmuth, erster chirurgischer Ordinarius nach 1945 in Würzburg, holte Spezialisten für besondere chirurgische Aufgaben an das Universitätsklinikum Würzburg, darunter auch 1948 Joachim Gerlach für neurochirurgische Eingriffe. 1950 habilitierte Gerlach sich hier und wurde 1951 Leiter einer nun selbständigen neurochirurgischen Station im Gerhardt-Haus.

Professor und Klinikleiter in Würzburg[Bearbeiten]

Gerlach war von 1958 bis 1960 Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie. 1961 folgte die Vergabe eines Extraordinariats an ihn, das 1968 in ein Ordinariat für Neurochirurgie umgewandelt wurde. Unter Gerlach entwickelte sich die Neurochirurgie in Würzburg zum modernen Spezialfach, das von den Fortschritten der Röntgendiagnostik, der Anästhesie und der Intensivmedizin profitierte. Mit der Einführung des Operationsmikroskops Anfang der 1970er Jahre wurde die chirurgische Technik entscheidend verfeinert. 1973 wurde Professor Gerlach emeritiert. Er verfasste danach weitere, insbesondere medizingeschichtliche Arbeiten zur Neurochirurgie. Seinen Wohnsitz hatte er im hessischen Modautal.

Publikationen[Bearbeiten]

Besonderes Interesse widmete Gerlach der Neurochirurgie des Kindesalters. Zusammen mit drei Co-Autoren verfasste er das erste deutsche Lehrbuch für Kinderneurochirurgie.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Joachim Gerlach wurde auf dem Friedhof Versbach beigesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Pfeifer: Hirnforschung in Deutschland von 1849 bis 1974. Springer-Verlag Heidelberg 2004, ISBN 978-3-642-62221-2, S. 1074
  • Joachim Gerlach: Neurochirurgie in der Bundesrepublik Deutschland. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 1 (1983), S. 173-180 (Übersetzung der Erstveröffentlichung von 1982 aus dem Englischen durch Christoph Weißer)
  • derselbe: Präambel zur Geschichte der Hirndruckforschung. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 1 (1983), S. 181-189
  • derselbe: Autobiographische Notizen betreffend meine Beziehungen zu Wilhelm Tönnis und zur Geschichte der Deutschen Neurochirurgie um die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 1 (1983), S. 279-281
  • Georg Schaltenbrand: Laudatio auf Joachim Gerlach. Ansprache bei der Feier des 70. Geburtstages von Prof. Dr. Gerlach beim Abendessen in der Daxbaude am 30.März 1978. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 1 (1983), S. 275-278

Weblinks[Bearbeiten]