Jean Ignace Roderique

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Prof. Jean Ignace Roderique (* 3. November 1696 in Malmedy; † 4. April 1756 in Köln) war Professor an der Universität Würzburg und Kölner Publizist und Historiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

In Trier trat Roderique als Novize bei den Jesuiten ein. Anschließend studierte er Theologie in Köln und Münster. Ab 1725 war er zunächst Pagenerzieher am Hof von Fürstbischof Christoph Franz von Hutten.

Mathematikprofessor in Würzburg[Bearbeiten]

Im gleichen Jahr trat Roderique am 12. Dezember eine neu eingerichtete Professur für Algebra, Analysis und Geographie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg an mit einer Besoldung von 100 Reichstalern im Quartal. Noch vor der Ablegung der Ewigen Gelübde und der Priesterweihe war er aus dem Jesuitenorden ausgeschieden. Roderique profilierte sich auch in wissenschaftlichen und juristischen Fehden über kirchliche Jurisdiktionsfragen zwischen den Fürstbischöfen von Fulda und Würzburg. 1730 verließ er Würzburg, nachdem ihn Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn wegen des Streits mit Johann Bartholomäus Adam Beringer und Verletzung seiner Amtspflichten getadelt hatte. Er ließ er sich in Köln nieder und nahm 1732 eine Professur für Geschichte an der Universität Köln an.

Lügensteine[Bearbeiten]

Beim Skandal um die Würzburger Lügensteine im Jahr 1726, denen Professor Beringer aufgesessen ist, gilt er als Mitinititator des Fälschungsvorganges. Angeblich hatte er sich über Beringer so geärgert, "weil er so hoffärtig seie und sie alle verachte", dass er in der Wohnung des befreundeten Johann Georg von Eckhart die Steine selbst herstellte.

Verleger in Köln[Bearbeiten]

1735 brachte er eine Gazette in Köln heraus, die zweimal wöchentlich dienstags und freitags erschien. Sie wurde zu einem der einflussreichsten Blätter im Europa des 18. Jahrhunderts.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hömig, Herbert, "Roderique, Jean Ignace" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 699-700 Onlinefassung

Weblinks[Bearbeiten]