Hoher Bau (Röttingen)

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Hoher Bau

Der Hohe Bau ist ein historisches Baudenkmal in der Stadt Röttingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hohe Bau ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Es ist urkundlich seit 1440 bewohnt und befand sich damals im Besitz des Deutschen Ordens. Der turmartige Bau dürfte wohl der Vortyp einer Burg gewesen sein, deren einziger Schutz die Lage auf einer Art Insel darstellte.

Baubeschreibung[Bearbeiten]

Das ehemalige herrschaftliche Wohngebäude ist ein turmartiger, viergeschossiger Bruchsteinbau mit Fachwerkobergeschoss und Satteldach. Der Keller und die beiden darüber liegenden Geschosse sind aus Bruchsteinen errichtet, das Obergeschoss aus Fachwerk. An den Ecken finden sich Buckelquader mit breitem Randschlag. Das hohe Dach bot genügend Stauraum für Vorräte. An der Ostseite im Erdgeschoss befindet sich eine spitzbogige Tür, darüber im ersten Obergeschoss ein kleeblattbogig geschlossenes Doppelfenster aus der Spätromantik 13. Jahrhundert. Der Steinbau stammt aus dem 13. Jahrhundert, das Fachwerk aus dem 15. Jahrhundert.

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Seit der Aufhebung des Deutschen Ordens im Jahre 1809 befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und kann nicht frei besichtigt werden.

Trivia[Bearbeiten]

Johann II. von Brunn, der 55. Bischof von Würzburg von 1411 bis zu seinem Tod 1440, ein wegen seiner Verschwendung sehr geldbedürftiger Mann, der dem Hochstift Würzburg 600 000 fl. Schulden hinterließ, wurde auf Beschwerde seiner Untertanen nach Kitzingen geladen, wo sich der Erzbischof von Mainz, Markgraf Friedrich von Brandenburg, der Herzog von Bayern und der Deutschmeister Eberhard von Seinsheim als Spruchherrn eingefunden hatten, und 1432 verurteilt, das Bistum Würzburg niederzulegen, jedoch sollten ihm die Schlösser Zabelstein und Aschbach zeitlebens gelassen werden.

Auf dem Zabelstein hielt sich nun Bischof Johann auf, hatte aber bald wieder Geld nötig, verpfändete daher den Zabelstein wegen eines Anlehens von 4000 fl. an Heinzen von Thünfeld und überließ es dem Bischof Rudolf von Scherenberg, seinem 4. Nachfolger im Bistum, für Zahlung dieses Anlehens zu sorgen. Das Leben auf dem einsamen Berge entsprach dem lebenslustigen Bischof nicht; er war immer damit beschäftigt, sich in den Besitz des entzogenen Bistums wieder zu setzten. Hierzu war ihm der Pfleger dieses Stiftes, Graf Albrecht von Wertheim, sehr behilflich. Weil der Bürger von Würzburg seine erklärten Gegner waren, schickte er seine Reiter dorthin, welche 184 Bürger gefangen nahmen und in den westlichen Turm auf dem Zabelstein warfen, wo viele elendig gestorben sind. Im Jahre 1436 wurde der entsagte Bischof Johann von seinen Anhängern und Freunden nach Würzburg berufen. Er wurde nun zur Zurechtweisung und Beschränkung desselben ein neuer, so genannter runder Vertrag abgeschlossen, aus welchem zu entnehmen ist, dass damals das fürstliche Archiv auf dem Zabelstein verwahrt wurde und auch dort noch ferner bleiben sollte.

Bischof Johann starb im Jahre 1440 und ihm folgte Sigismund von Sachsen, ein Markgraf von Meißen. Eine gewisse Katharina Supan, Ehefrau des Würzburger Bürgers und Stadtrates Hans Supan und Geliebte von Bischof Johann, die den verlebten Bischof ganz in ihrer Gewalt hatte, begab sich sogleich nach dessen Tode in der Stille von Würzburg nach Röttingen und hatte im Hohen Bau Wohnung bezogen. Des neuen Bischofs Leute fielen heimlich in die Stadt Röttingen ein, fingen die Supan und führten sie mit ihren Kindern, Kleinodien und übrigen Fahrnissen nach Würzburg in den Hof zum Marmelstein und von da in einen Turm auf den Zabelstein. Sie verurfehdete sich [1] und wurde sofort im Jahr 1442, nachdem sie ein Jahr lang gefangen eingesessen war, wieder losgelassen. [2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unter Urfehde verstand man die eidesstattliche Versicherung, sich wegen erlittener Strafe oder Gewalttat nicht zu rächen und ein Land, aus dem man verwiesen wurde, nicht wieder zu betreten. Der Bruch der Urfehde wurde schwer bestraft. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  2. Franz Nikolaus Wolf: Beschreibung der Bergruinen und Schlösser im Bezirke des königl. bayer. Landgerichts Eltmann und dessen Umgegend. Würzburg 1855 (Online-Fassung)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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