Helmut Jäger

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Prof. Dr. Helmut Jäger (* 27. Juni 1923 in Biedenkopf; † 14. April 2017) war Kulturgeograph und Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jäger studierte nach dem Zweiten Weltkrieg Geographie, Geschichte, Germanistik mit Staatsexamen für das Höhere Lehramt in Göttingen. Anschließend folgten Assistentenjahre an den Universitäten Würzburg, Göttingen und London. Nach der Habilitation 1956 war er in Göttingen als Leiter des Institutes für Historische Landesforschung tätig.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1961 folgte er einem Ruf an die Universität Würzburg. 1963 wurde ein zweiter Lehrstuhl für Kultur- und Wirtschaftsgeographie an der Universität Würzburg eingerichtet und zum 1. November 1963 mit Prof. Jäger erstmals besetzt. Jäger behielt die Professur bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1991.

Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Jäger beschäftigte sich hauptsächlich mit Themen der historischen Kulturlandschaftsentwicklung in Europa, soe mit der Umweltgeschichte seit dem umfassenden Einfluss des Menschen auf die Landesnatur, insbesondere seit dem Mittelalter. Ähnliche Fragen, auch Mainfranken betreffend, behandelte er in zahlreichen Aufsätzen in deutschen und internationalen Zeitschriften, Sammelwerken, Handbüchern und fachübergreifenden Nachschlagewerken, so im „Reallexikon der germanischen Altertumskunde“.

Seine Forschungsergebnisse fanden ihren Niederschlag in zahlreichen Büchern, z.B. in einer „Einführung in die Umweltgeschichte“ sowie „Entwicklungsprobleme europäischer Kulturlandschaften“, beide bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (Darmstadt) erschienen. Seine Studienaufenthalte vor Ort waren Grundlage für zwei umfassende landeskundliche Buchpublikationen über Großbritannien und Irland.

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

  • Royal Irish Academy, Ehrenmitglied
  • Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt
  • Königlich Schwedische Akademie für Literatur, Geschichte und Altertümer
  • Kommission für bayerische Landesgeschichte

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Robert-Gradmann-Medaille für hervorragende Verdienste um die deutsche Landeskunde

Publikationen (Auszug)[Bearbeiten]

  • Helmut Jäger: Entwicklungsperioden agrarer Siedlungsgebiete im mittleren Westdeutschland seit dem 13. Jahrhhundert. 1956 und Würzburg 1958 (= Würzburger Geographische Arbeiten, 6)
  • Helmut Jäger und Walter Scherzer: Territorienbildung, Forsthoheit und Wüstungsbewegung im Waldgebiet westlich von Würzburg, 1984, 236 S. = Mainfränkische Studien Band 29
  • Helmut Jäger: Die Geographie an der Universität Würzburg 1593-1981. In: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift. Hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982
  • Helmut Jäger/Werner Graenzer: Heidingsfeld - seine Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung von Bevölkerung und Wirtschaft seit dem 19. Jahrhundert. Universitätsbund Würzburg, 1977

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]