Gottfried-Landwehr-Labor für Nanotechnologie

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Gottfried-Landwehr-Labor für Nanotechnologie

Das Gottfried-Landwehr-Labor für Nanotechnologie (GLLN) (früher Mikrostrukturlabor) ist eine zentrale Forschungseinrichtung und wird betrieben vom Lehrstuhl für Technische Physik.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gottfried-Landwehr-Labor für Nanotechnologie der Fakultät für Physik und Astronomie wurde 1990 unter der Leitung von Alfred Forchel eingerichtet und stetig modernisiert. 2000 wurde der ingenieurwissenschaftliche Studiengang Nanostrukturtechnik [1] eingeführt.

In Gedenken an den Visionär und Pionier auf dem Bereich der Halbleiterforschung in Deutschland und ehemaligen Kollegen Prof. Dr. Dr. h.c. Gottfried Landwehr wurde das frühere Mikrostrukturlabor im Jahre 2013 in „Gottfried-Landwehr-Labor für Nanotechnologie“ umbenannt. Seit 2015 ist der neue Lehrstuhlleiter der Technischen Physik Prof. Dr. Sven Höfling für das GLLN zuständig.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Forschungsarbeiten im Würzburger Mikrostrukturlabor betreffen die Entwicklung von Halbleiterstrukturen mit Abmessungen im Nanometerbereich. Hierbei werden mit Hilfe hochauflösender lateraler Strukturierungsverfahren sowohl neuartige optolektronische Bauelemente für Anwendungen wie für Grundlagenuntersuchungen entwickelt.

Die typischen Größen der Nanostrukturen liegen im Bereich wischen 100 Nanometern (1 Nanometer (= 1 nm) entspricht einem Milliardstel Meter) und 10 nm. Im ergleich zum Durchmesser eines Haares sind das 1.000 bis 10.000-fach geringere Abmessungen. Aufgrund des Atomabstandes in den Halbleitermaterialien von ca. 1/4 nm bedeutet dies, dass die Strukturweite in den kleinsten in Würzburg bisher entwickelten Strukturen durch ca. 40 Atome gebildet wird.

Die außerordentlich hohe Präzision mit der die Nanometerstrukturen hergestellt werden müssen, führt zu sehr strengen Anforderungen an die Ausführung des Reinstraumlabors. Diese Anforderungen betreffen die Staubfreiheit der Laborluft, eine präzise Kontrolle der Feuchtigkeit und der Temperatur sowie ein möglichst vollständiges Vermeiden von elektromagnetischen und mechanischen Störungen bei den Herstellungsprozessen.

Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Bei den Würzburger Arbeiten zur Technologieentwicklung ergeben sich besonders hohe Anforderungen, da beispielsweise für Laserstrukturen auf der Basis von Halbleiternanostrukturen diese sehr geringen Dimensionen über relativ große Strecken präzise einzuhalten sind. Beispielsweise besitzt ein Halbleiterlaser auf der Basis von ultradünnen „Quantendrähten“ oder „Quantenpunkten“ eine typische Länge von 1 mm. Über diese Strecke müssen die aktiven Elemente mit Weiten im 10 nm Bereich mit einer Präzision im 1 nm Bereich reproduzierbar hergestellt werden.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2011: Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „Land der Ideen“

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Zu Gast im Mikrostrukturlabor in Würzburg: wo ein Staubkörnchen zum gigantischen Felsbrocken werden kann, muss Präzisionsarbeit geleistet werden. in: Forum der Wissenschaft Verla Bayerischer Rundfunk, 1998

Weblinks[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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