Schneidturm

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Schneidturm

Der Schneidturm aus dem frühen 14. Jahrhundert befindet sich am Kranenkai in der Nähe des Congress Centrums.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Turm ist ein verbliebener Teil der zwischen 1333 und 1506 angelegten Vorstadtbefestigung und bildete den Eckpfeiler der nördlichen Vorstadtmauer im Nordwesten. Die Vorstadtmauern des Pleicher Viertels wurden auf der ganzen Linie bereits zwischen 1320 und 1350 erbaut.

Der Schneidturm nahm durch seine herausragende Höhe und den quadratischen Grundriss eine Sonderstellung in der Stadtbefestigung ein. Er wurde aus Kalksteinen errichtet und misst 7 x 7 Meter im Grundriss und 30 Meter bis zur Dachspitze. Der Turm diente unter anderem als Kerker für Schwerverbrecher. Daher stammt auch der Beiname „Faulturm“. Die Turmsage erzählt, die Verurteilten wären durch eine Falltüre in die Arme einer „mit Dolchen und Messern bewaffneten Eisernen Jungfrau“ gestürzt und dabei schauerlich zu Tode gekommen. [1]

Mitte des 15. Jahrhunderts verschwindet der „Faulturm“ aus den Aufzeichnungen und in den Rechnungen taucht ein „Häusleinsturm“ auf. [2] Hewßlein kommt als Personenname 1477 vor, war also wohl ein Wächter auf dem Turm.

Während des 17. Jahrhunderts war der Turm stark verfallen und 1682 wurde beraten [3] „wegen des Plächer Thurns ... weil selbiger gantz einginge, so gemeiner Statt große Unzihr gebe ...“ Die Stadtbaurechnung 1685-86 führt Maurerarbeit und Schieferbedachung am „Schneidturm“ auf. Dies ist die erste Erwähnung des heutigen Namens; seine Herkunft ist unbekannt. In der Nachfolgezeit wurde der als Gefängnis für Frauen benützt und übernahm damit nach dem Abbruch des inneren Brückentors 1722, das bis dahin diesem Zwecke gedient hatte, dessen Aufgabe.

Nördlich an den Schneidturm schließt sich das Würtzburg-Palais an, das in den Jahren 1719 oder 1720 von Domkapitular Johann Veit von Würtzburg erbaut wurde.

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexander Schöppner: Die Eiserne Jungfrau im Schneidturm zu Würzburg, in: Sagenbuch der Bayerischen Lande, I-III, Rieger, München 1852–1853 (Volksausgabe 1866), III, Nr. 982
  2. Franz Seberich: Die Stadtbefestigung Würzburgs. Die mittelalterliche Befestigung mit Mauern und Türmen. Mainfränkische Hefte 39, Hrsg.: Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte, Würzburg 1962, S. 167 f.
  3. Ratsprotokolle 1682 f. 6b

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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