Radschuhstein Neubrunn

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Radschuhstein Neubrunn

Der Radschuhstein Neubrunn (Arbeitstitel) ist ein historisches steinernes Verkehrszeichen auf dem Rainberg in der Neubrunner Flur. Es zeigte den Fuhrleuten abschüssige Wegabschnitte an, an denen sie sogenannte Radschuhe anzulegen hatten, um Unfälle zu vermeiden.

Lage[Bearbeiten]

Der Radschuhstein befindet sich auf einem 351 Meter hohen Ausläufer des Rainbergs an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Neubrunn und Böttigheim auf Neubrunner Gemarkung. In Fahrtrichtung Neubrunn steht sich der Stein rechtsseitig neben einem Baum und einer Bank. Im weiteren Verlauf weist die Straße ein starkes Gefälle auf.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Neubrunner Radschuhstein geht auf die Zeit der Pferdefuhrwerke zurück. Das genaue Alter ist nicht datiert, möglich wäre das 19. Jahrhundert.

Funktion[Bearbeiten]

Radschuhsteine bzw. Bremssteine sind verkehrsgeschichtliche Relikte aus der Zeit der Pferdefuhrwerke und -kutschen. Unter der Androhung einer Strafe machten solche Steine bzw. Säulen den Fuhrmann bzw. Kutscher darauf aufmerksam, dass dieser auf dem abschüssigen Weg ein Radschuh (auch bezeichnet als Hemmschuh oder Bremsschuh) anzulegen hat. Der Radschuh wurde vor das rechte Hinterrad platziert, um das Gespann zu bremsen. Die rechte Seite wurde gewählt, um dem rechts sitzenden Kutscher einen Blick auf den Radschuh zu ermöglichen, das unbeschuhte linke Hinterrad sorgt für die Spurführung der Kutsche auf der Straße. Dazu muss das Gespann vor dem Gefälle anhalten, dann wird der Hemmschuh vor das rechte Hinterrad gelegt und mit der Kette mit dem Wagen verbunden, durch Vorziehen rollt dieses Rad auf den Hemmschuh, wobei sich die Kette strafft (und in der Folge den Hemmschuh unter dem Rad hält und das Überlaufen verhindert) und der dann einzusteckende Bolzen verhindert, dass der Hemmschuh seitlich wegkippt und damit unwirksam wird. Das betreffende Rad rollt mit untergebauten Hemmschuh nicht mehr, sondern rutscht mit dem Hemmschuh über den Weg. [1] Ziel war es, Unfälle (z.B. ein Überrollen des Pferdes/der Pferde durch den Wagen) und Beschädigungen an der Straße (insbesondere auch dem Bankett) zu vermeiden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Stilisierter Radschuh (oben) und Inschrift

Bei dem Neubrunner Bremsstein handelt es sich um einen roten Buntsandstein mit einem eingravierten, stilisierten Radschuh und einer Inschrift. Offensichtlich wurden an dem Stein in der Vergangenheit kleinere Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Die Inschrift lautet:

Die unterlassene
Anwentung des
Radschuhes und
jede Beschädigung
der Straße auf beid
er Seite ist bei 6 bis
10 Gulden Strafe verboten

Der Bremsstein steht gegenwärtig nicht unter Denkmalschutz. [2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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