Eiermarkt

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Der Eiermarkt befand sich im Mittelalter am heutigen Sternplatz, 1328 wird er erstmals als „forum ovorum“ urkundlich erwähnt.

Die verschiedenen Handelswaren wurden in Würzburg an spezifischen Plätzen gehandelt. Am Sternplatz boten die Kleinhändler (auch Höckner genannt) nicht nur Eier, sondern auch andere landwirtschaftliche Produkte wie Käse, Butter, Geflügel, Wild, Talg (Unschlitt) und Öl. Auf Beschluss des Oberrats wurde der Platz bereits 1397 gepflastert und mit einem Ziehbrunnen versehen. Eine Besonderheit war, dass auf dem Platz auch das Eiermarktgericht tagte, das vermutlich Marktvergehen verhandelte. Das Amt des zugehörigen Richters war in der Familie derer von Rebstock erblich.

An der Südfront des Platzes befand sich am Haus zur Aule die herrschaftliche Eichstelle für Ölmaße. Eine Aule war die historische Maßeinheit für Öl. Die „awle uf dem alten Eyermarkt“ war am Haus Nr III/148 angebracht und findet im 14. Jahrhundert mehrfach Erwähnung. Das Wort Aule verfremdete sich später und gab ab dem 16. Jhd. der Wirtschaft „zur Eule“ den Namen, die sich in demselben Haus befand. Dieser Gasthof hatte noch 1679 das Recht des Ölausschanks inne.

Quellen[Bearbeiten]

  • Hermann Hofmann: Würzburgs Handel und Gewerbe im Mittelalter. Inauguraldissertation an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg 1938. S. 85ff (UB 20/NZ 97953 H699+2)
  • Winfried Schich: Würzburg im Mittelalter. Verlag Böhlau 1977. ISBN 3 412 05076 8. S. 134