Bildstock Nähe Elsweg (Estenfeld)
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Der Bildstock Nähe Elsweg ist ein Baudenkmal in Estenfeld.
Standort
Das Denkmal religiöser Frömmigkeit befindet sich am Bachrundweg südlich des Elswegs an der Kürnach.
Geschichte
Der Bildstock stand früher am Kirchberg. Emil Ackermann ließ ihn nach Abschluss der Flurbereinigung 1968 renovieren und an den Flurweg versetzen, heute der Ostring. Hermann Mainberger zog 1981 die Inschrift nach und machte sie wieder lesbar. 2007 noch in passablem Zustand, war 2013 eine erhebliche Verschlechterung am Zustand des Kreuzschleppers eingetreten. Ende 2019 gab es große Bedenken seitens der Gemeinde, ob der Bildstock den Winter überstehen würde. Nachdem 9.500 Euro an privaten Spenden zusammengekommen waren, konnte die Gemeinde Estenfeld in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege die Restaurierung ausschreiben und eine Förderung beantragen. Den Zuschlag für die Bildstock-Restaurierung bekam die Steinrestaurationsfirma Bauer-Bornemann GmbH in Bamberg.
Inzwischen waren die Bedenken groß, ob die Wiederaufstellung an seinem alten Standort am Ostring sinnvoll ist. Die Emissionen des Kfz-Verkehrs sowie die Sprühfontänen bei Regen und im Winter mit Salzwasser hätten in kurzer Zeit wieder zu Restaurierungsbedarf geführt. Daher sah man sich nach einem anderen Platz um. Bauhofleiter Jürgen Fottner schlug den Standort an der Kürnach vor, am Bachrundweg, der alle überzeugte.
Da der Kreuzschlepper in der Denkmalliste steht und für eine Veränderung die Zustimmung der Denkmalbehörde erforderlich ist, beantragte Bürgermeisterin Rosalinde Schraud die Versetzung. Dank Unterstützung von Kreisheimatpflegerin Anna Adelmann wurde die Erlaubnis erteilt. Am 12. September 2021 wurde der Bildstock am neuen Standort im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes gesegnet.
Beschreibung
„Bildstock, Sandstein, Pfeiler und Aufsatz mit Kreuzschlepper, Voluten und Rundbogengiebel, 1760, erneuert 1968.“
Aufbau
Schmaler Sockel, stark überstehende Vierkantabdeckplatte, mehrfach abgestuftes Kapitell, Zwischenstück mit volutenförmig eingerollten Akanthusblättern, darüber Aufsatz mit angedeuteten Pilastern und mehrfach profilierten Rundbogenabschluss.
Ikonografie
- Aufsatz: Relief des Kreuzschleppers mit zwei Soldaten
Inschriften
- Pfeiler: Werch mir nachfolget, der wantelt nicht in der Fiensternis sondern den wech des Herrn ... seint die Wo[rte] Je[su] Christi ... nach Johanni 8 ...
- Sockel: 1760-1968
Bildergalerie
Standort Bachrundweg (ab 2021)
Standort Ostring (bis 2021)
Siehe auch
Quellen und Literatur
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Estenfeld Nr. D-6-79-130-37
- Stefan Popp: Bildstöcke im nördlichen Landkreis Würzburg - Inventarisierung und mentalitätsgeschichtliche Studien zu religiösen Kleindenkmalen. Abschnitt XVII, Würzburg 2004, S. 298 f. (Online-Fassung)
- Main-Post: „Der Kreuzschlepper steht jetzt an der Kürnach“ (23. September 2021)
- Christian Will: Estenfeld - Das Dorf im Kürnachtal und sein Ortsteil Mühlhausen. Gemeinde Estenfeld im Eigenverlag 1982, S. 411 f.