Chatten

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Die Chatten (später auch Hessen) war ein germanischer Volksstamm, der im Bereich der Täler von Eder, Fulda und des Oberlaufes der Lahn seinen ersten Siedlungsschwerpunkt hatte.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Hessen ist möglicherweise eine spätere Abwandlung des Stammesnamens der Chatten, dann wären sie auch Namensgeber des heutigen Bundeslandes Hessen. Die Schreibung mit ‚Ch‘ gibt das germanische ‚h‘ wieder, das als ​x​ ausgesprochen wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Zeugnisse stammen aus dem Jahr 39 v. Chr., als die Chatten die frei gewordenen Gebiete der Ubier übernahmen, die von den Römern auf linksrheinisches Territorium umgesiedelt wurden. Im Jahre 9 n. Chr. nahmen sie an der Varusschlacht teil und galten als tapfere Krieger. Gegen Ende des 5. Jahrhunderts gerieten die Chatten allmählich unter die Oberhoheit der Franken und wurden unter König Chlodwig in das fränkische Königreich eingegliedert. Das Gebiet der Chatten diente den Franken anschließend als Ausgangsbasis für Feldzüge gegen die nördlich siedelnden Sachsen, die immer wieder in chattisches und fränkisches Gebiet eindrangen. Die Behauptung einer gewissen Teilautonomie der Chatten gegenüber den Franken führte dazu, dass sich ihr Stammesname in abgewandelter Form bis heute halten konnte.

Missionierung[Bearbeiten]

Unter Oberherrschaft der bereits ab 498 zum Christentum übergetretenen Franken kamen von Westen her in das Stammesgebiet der Chatten schon früh irische Missionare, die mit der Christianisierung begannen und erste Stützpunkte aufbauten. Nachgewiesene Spuren und Zentren dieser Mission ab der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts in Hessen finden sich auch in Würzburg. Die Glaubensüberzeugung der Chatten ließ jedoch zu wünschen übrig, denn die Bischöfe aus Mainz und dem Bistum Würzburg führten wiederholt Klage, dass ihre Schäflein „… immer noch und immer wieder heimlich an ‚heiligen‘ Bäumen, Felsen und Quellen opferten.“ Die „Bekehrten“ fürchteten offenbar die Rache der Ahnen, so ganz wollte man es sich mit ihnen nicht verderben. Im Jahre 738 n. Chr. tritt der neue Name Hessen zum ersten Mal in einem Sendschreiben Papst Gregors III. an Bonifatius auf, in dem von mehreren Kleinstämmen auf dem Gebiet der Chatten berichtet wird.

Zeugnisse in Würzburg und Umgebung[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]