Carl Andreas Göpfert

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Carl Andreas Göpfert

Carl Andreas Göpfert (* 16. Januar 1768 in Rimpar; † 11. April 1818 in Meiningen) war Komponist und Musiker.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Carl Andreas Göpfert wurde als sechstes Kind von sieben Kindern aus zwei Ehen geboren. Sein Vater war Chirurgischer Bader, der zuständig war für kleinere ärztliche Behandlungen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Von frühester Jugend an bis zu seinem 11. Lebensjahr bekam er vom Rimparer Schullehrer Unterricht in Klavier- und Orgelspiel. Danach zeigte er lebhaftes Interesse für die Klarinette. Bis zum 16. Lebensjahr bekam er für dieses Instrument Unterricht bei dem Würzburger Kammermusikus Philipp Meißner. Diese Ausbildung war so gründlich, dass er sich bald den Ruf eines Klarinettistenvirtuosen erwarb.

Bereits 1788 erhielt Göpfert eine festbesoldete Stelle als erster Klarinettist in der Meininger Hofkapelle Herzog Georgs I. und wurde ebenso mit der Leitung der Harmoniemusik des Militärcorps betraut. Dort führte er – ab 1793 als Hofkapellmeister – die Musik von Mozart und Beethoven auf und entwickelte auch ein kreatives eigenes kompositorisches Werk, doch wurde diese Leistung von seinem Umfeld zu seinen Lebzeiten kaum gefördert, wenngleich seine Virtuosität als Musiker ebenso wie seine Kompositionen durchaus geschätzt waren.

In Bad Liebenstein, der ehemaligen Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Meiningen, leitete Göpfert seit Beginn der Etablierung des dauerhaften Badebetriebs durch Georg I. 1798 die Harmoniemusik, d.h. die Begleitung bei Bällen, Redouten und der Tafel.

Vermutlich weil er für die Hofkapelle unentbehrlich war, wurde immer wieder seine Bitte um eine Studienreise nach Wien zu Wolfgang Amadeus Mozart und auch wenig später seine Kündigung vom Herzog nicht angenommen. Es ist zu vermuten, dass sein Onkel Dr. Valentin Göpfert, der bei Kaiser Josef II. sehr geachtet gewesen sein soll, ihm eine renommiertere und einträglichere Stelle vermitteln wollte.

1818 starb Carl Andreas Göpfert an völliger Entkräftung, verarmt und künstlerisch verzweifelt, jedoch als „liebenwürdiger biederer Mensch hochgeehrt“ in Meiningen.

Werke[Bearbeiten]

Zu Andreas Göpferts Lebzeiten erschienen 40 mit Opuszahlen versehene Kompositionen, darunter fünf Klarinettenkonzerte (op. 1 B-dur, op. 14 Es-dur, op. 20 B-dur, op. 27 B-dur, op. 35 Es-dur), ein Konzert F-dur für Horn und Orchester op. 21, zwei Duos concertants für Klarinette und Fagott op. 19, sechs Duos faciles für zwei Klarinetten op. 30, 24 Duos faciles für zwei Hörner op. 31.

Manuskript geblieben sind u. a. drei Sinfonien, ein Oboenkonzert, ein Trompetenkonzert, ein Doppelkonzert für zwei Fagotte, eine Concertante für Klarinette, Fagott und Orchester, Klavierwerke, Lieder, Stücke für Gitarre, sowie eine Fülle klangschöner Harmoniemusiken.

Harmoniemusikbearbeitungen von Göpfert aus dem frühen 19. Jahrhundert, die wahrscheinlich allesamt für den Badebetrieb in Liebenstein vorgesehen waren, sind überliefert, u. a. von Werken Johann Rudolf Zumsteegs, Joseph Haydns und Wolfgang Amadeus Mozarts.

Weitere Kompositionen:

  • Quartett No 2. in B-dur für Klarinette, Violine, Viola und Violoncello.
  • Konzert für Klarinette und Orchester Es-Dur op. 14
  • Konzert für Klarinette und Orchester B-Dur op. 20
  • Konzert für Klarinette und Orchester Es-Dur op. 35

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Zürrlein: Carl Andreas Göpfert (1768-1818) Fürstlich Meiningscher Kammermusicus. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst, Band 40, Würzburg 1988, S. 142
  • Johan van Kalker (hrsg. von Volkmar von Pechstaedt): Carl Andreas Göpfert, Heinrich Backofen und Heinrich Neumann - drei Klarinettisten zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Göttingen-Hainholz 2012

Weblinks[Bearbeiten]