Guggelesgraben

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Guggelesgraben  

Stadtbezirk: Steinbachtal
Postleitzahl: 97082


Guggelesgraben
Guggelesgraben2.JPG
Haus des Dichters Max Dautendey im Guggelesgraben 37
Fußweg Guggelesgraben westlich oberhalb des Flutgrabens
Nördlicher Beginn des Guggelesgrabens

Straßenverlauf[Bearbeiten]

Der Guggelesgraben verläuft ab Steinbachtal nordwärts bis zum Unterer Roßbergweg, ab hier weiter als Fußgängerweg in Richtung Oberer Steinbachweg.

Namensgeber[Bearbeiten]

Namensgeber für die Straße ist ein Geländeeinschnitt zwischen Nikolausberg und dem als Nordhang bezeichneten Roßberges. Für die Namensherkunft dieser Klinge gibt es mehrere mögliche Erklärungen: [1]

  • Das mundartliche Wort Guckelein, ausgesprochen Guggeli,-lich (im Plural) ist in ganz Unterfranken gebräuchlich vor allem für Kinderaugen/Äuglein, Herkunft von mittelhochdeutsch gucken „neugierig schauen“. Eine mögliche Erklärung wäre also, dass es im Guggelesgraben viel zu schauen bzw. „anzuguggen“ gibt.
  • Allerdings gibt es auch den Guckelestag, ausgesprochen „guggelesdooch“, in der Bedeutung „ein Tag, der nie kommt“. Hier stammt der erste Wortbestandteil wohl vom lateinischen cuculus für Kuckuck, wobei die Bezeichnung für den Vogel auch stellvertretend für den Teufel stehen kann. So zu lesen im Handwörterbuch von Bayerisch-Franken (HWBF) 2007, Seite 260. Nachdem es in der Nähe des Guggelesgrabens auch einen Meisen- und Finkenweg gibt, wäre es möglich, dass es sich um eine mundartliche Form von Kuckucksgraben handeln könnte, was aufgrund der Lage im Steinbachtal und dem Laubwald im Graben auch am logischsten klingt.
  • Möglich ist auch, dass sich der Name von einem anderen Tier oder einer Pflanze ableitet.
  • Im Urkataster sind sowohl der Name Guggelesberg, als auch Guckelesberg im Bereich des heutigen Guggelesgrabens vermerkt. [2]

Baudenkmal[Bearbeiten]

Haus des Dichters Max Dauthendey: Villenartiges Wohnhaus in Hanglage, in Form einer Gruppe von Pavillons mit flachen Walmdächern, 1912/1913 von Friedrich Saalfrank (Guggelesgraben 37).

Naturdenkmal Guggelesgraben[Bearbeiten]

Der Guggelesgraben ist neben der Annaschlucht und der Hermann-Löhns-Schlucht der größte natürliche Flutgraben im hinteren Steinbachtal. Die sehr tief eingeschnittene und bis zu 70 Meter breite bewaldete Klinge (= durch Wasser- und Schutt-Erosion entstandenes Kerbtal) ist seit 1939 als Naturdenkmal geschützt. 1983 wurde das Schutzgebiet auf ca. 5 Hektar begrenzt, es umfasst den Grabenbereich mit dem Fußweg auf der westlichen Seite und der Hangkante auf der östlichen Seite des Flutgrabens.

Im Guggelesgraben findet sich ein gut strukturierter Laubgehölzbestand, in der die Hainbuche vorherrscht. Im oberen Teil des Schutzgebietes wachsen sehr alte, mächtige Eichen. Auch Baumarten wie Feldahorn, Spitzahorn, Rotbuche, Stieleiche, Ulme und Kastanie gehören zum Bestand im Naturdenkmal. Hohle und umgestürzte Bäume bieten gute Nistmöglichkeiten für Vögel und Insekten. Zudem ist der Graben mit den oben anschließenden Schlehen-/Liguster-Hecken ein geeigneter Zufluchtsort für Kleinsäugetiere. Die vorwiegend aus Efeu, gelbe Taubnessel, Storchschnabel bestehende Krautschicht ist wegen der starken Beschattung und der steilen Hanglage nur mäßig ausgebildet.

Der Guggelesgraben ist sowohl aus ökologischer Sicht als auch wegen seiner anstehenden Muschelkalkfelsen aus geomorphologischer Sicht besonders wertvoll. Das Naturdenkmal kann man am besten über den östlich oberhalb des Grabens verlaufenden Fußweg erkunden. Der Weg führt auch an den Streuobstwiesen des unmittelbar angrenzenden Müllerrains vorbei. Leider ist der Guggelesgraben an seinem nördlichen Beginn und seinem südlichen Ende stark durch illegale Ablagerungen von Gartenabfällen und Schnittgut geprägt.

Besondere Merkmale[Bearbeiten]

  • Der Guggelesgraben ist verkehrsberuhigt und nur für Anlieger befahrbar.
  • Ab Einmündung Unterer Roßbergweg nur für Fußgänger begehbar, nicht befahrbar.
  • Die südliche Abzweigung der Straße endet an einem Privatweg.

ÖPNV[Bearbeiten]

Bus.png Nächste Bushaltestelle: Waldesruh


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. teilweise Angaben vom Unterfränkischen Dialektinstitut (UDI) Würzburg
  2. Uraufnahme im geoportal.bayern.de/bayernatlas/

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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