Peter Dell, der Ältere

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Peter Dell, der Ältere (* um 1490 wohl in Würzburg, † 1552 ebenda) war fränkischer Bildhauer und hier hauptsächlich für Epitaphe und Grabmäler bekannt.

Familiärer Hintergrund

Der gleichnamige Peter Dell, der Jüngere war sein Sohn.

Leben und Wirken

Dell wird als Schüler von Tilman Riemenschneider an vorletzter Stelle auf einer Liste mit zwölf Knaben genannt, die seit 1501 bei diesem in der Lehre waren. Dell lernte um 1510 für zwei bis vier Jahre - wie es damals üblich war - in der Riemenschneider-Werkstatt. Erst 1534 ist sein Name wieder in der unterfränkischen Region nachweisbar, vor allem auf vielen Grabmälern. Es wird angenommen, dass Dell zwischenzeitlich bei Hans Leinberger [1] in Landshut. Dafür spricht seine spätere Formensprache, die nichts mehr von Riemenschneider, aber viel von Leinberger hatte. Von Landshut trieb es Dell vermutlich weiter nach Wien, dann wieder zurück an den Untermain. Als 1525 der Bauernkrieg nahte, ging der junge Bildhauer ins albertinische Sachsen, wo er am Freiberger Hof Heinrichs des Frommen tätig war.

Mit jeder seiner Stationen wechselten nicht nur die Auftraggeber, sondern auch die Anforderungen. Seine Heiligenfiguren für Altarschreine, Bildwerke zur Kirchenausstattung bis hin zu Kleinplastiken und detaillierten Reliefs widmen sich mal altgläubigen, mal reformatorischen Inhalten. Als Bildhauermeister in Würzburg trat Dell wohl nach dem Tod seines Lehrherrn Tilman Riemenschneider im Jahre 1531 in dessen Fußstapfen. Drei Mal war er Zunftgeschworener in Würzburg. Mit Porträtmedaillen und Grabmälern sicherte er sich seinen Lebensunterhalt. So wie später sein Sohn Peter, der nach dem Tod seines Vaters 1552 den Betrieb weiterführte.

Kunststil

Grabmal des Würzburger Rates Jörg von Fronhofen († 1548) und seiner Frau Sybilla

In der Grabmalkunst beharrte Dell in der mainfränkischen Tradition. Mehr schätzt man den älteren Dell heute als Meister vitalbewegter, meist für fürstliche Sammler geschaffener Kleinkunst. Trotz vieler Entlehnungen ist Dells Kunst von höchst persönlicher Prägung und urwüchsiger Kraft, sie treibt die deutsche Renaissance dem Barock entgegen. Er zeichnete seine Werke mit „PD“.

Werke in Mainfranken

Siehe auch

Literatur

  • Gunther Thiem: Dell, Peter der Ältere. In: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 586 f.

Erläuterungen und Hinweise

  1. Hans Leinberger, auch Lemberger (* um 1470/1480; † 1531 oder wenig später) war ein Bildhauer des Übergangs von Spätgotik und Renaissance in Altbayern und einer der bedeutendsten Plastiker und Bildschnitzer seiner Zeit. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].