Luitpoldbetriebe

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Luitpoldbetriebe (links im Hintergrund, 1977)

Die Luitpoldbetriebe waren ein Varieté mit Café und Bar in der wiederaufgebauten früheren Westendhalle, Turmgasse 11 / Kranenkai.

Geschichte

Die Westendhalle (zuletzt Möbellager der Firma Hein) und das anschließende Würtzburg-Palais bestanden nach 1945 nur noch als Ruinen. Die Kaufleute Luitpold Weigl (* 17. Dezember 1909) und Hans Roboger (* 25. April 1914) verfolgten den Plan, den Saalbau als Veranstaltungshalle wieder erstehen zu lassen. Für die Halle und das Erdgeschoss des Würtzburg-Palais wurden 1947/48 Aufbaupläne eingereicht und eine Gaststättenkonzession beantragt.

Luitpold Weigls gleichnamiger Vater hatte ab 1936 das CC betrieben. Der frühere Inhaber des CC, Jakob Strauß, hatte nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten aus der Stadt fliehen und das CC zu einem geringen Verkaufspreis abgeben müssen. Weigl senior war als Parteimitglied ein den Machthabern genehmer Inhaber. In seinen Betrieb war Luitpold Weigl d.J. mit eingestiegen und wollte nach dem Krieg ein ähnliches Unternehmen fortführen.

Gegen die Erteilung einer neuen Gewerbeerlaubnis für Luitpold Weigl d.J. sprach sich vehement Rechtsanwalt Franz Stadelmayer aus, der Jakob Strauß als den Begründer des CC als den eigentlichen Berechtigten ansah und mit dessen Vollmacht agierte. Jakob Strauß erwog länger, seine Aktivitäten in Würzburg wieder aufzunehmen. Er gab den Eheleuten Weigl und Herrn Roboger ausdrücklich keine Zustimmung für den Betrieb.

Im Mai 1948 näherte sich der Wiederaufbau der Räumlichkeiten der Vollendung, es lag aber weiterhin keine Konzession für ein Varieté vor. Lediglich die Schankerlaubnis war erteilt, da an diesem Standort früher schon einmal ein gastwirtschaftlicher Betrieb bestanden hatte. Im November 1948 schied Weigl in den Papieren aus dem Betrieb aus und überließ Ernst Schenkel (*13. Mai 1914) die Teilhaberschaft. Kurz darauf wurde die Gewerbeerlaubnis für Varieté und Schankwirtschaft (Kaffee, Restaurant mit Klause (Bar)) offiziell erteilt. Schenkel ließ die Firma im April 1949 wieder im Handelsregister löschen, neue Inhaber waren dann wieder Hans Roboger und Luitpold Weigl. Im gleichen Jahr wurden die Betriebe nach Militär-Gesetz 52 Art 1 §2 unter Kontrolle gestellt. Den Betreibern wurde vorgeworfen, widerrechtlich und in großem Stil Baumaterial und Gegenstände aus dem ehemaligen CC entnommen zu haben.

1949 wurde kurzzeitig beabsichtigt, ein Lichtspieltheater in den Betrieb einzubauen, was wieder fallen gelassen wurde. Der Betrieb erscheint in den Adressbüchern der Stadt Würzburg bis ins Jahr 1961. Danach ist für das Anwesen die Stadtgemeinde als Eigentümer eingetragen. Vor der Errichtung des CCW mit Maritim wurde der Saalbau abgebrochen.

Siehe auch

Quelle

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