Josef Engert

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Theodor Josef Engert (* 25. Januar 1882 in Ochsenfurt; † 6. Oktober 1964 in Regensburg) war ein katholischer Geistlicher und Philosoph. Er hatte einen Lehrstuhl für Philosophie an der Philosophisch-theologischen Hochschule (PTH) Regensburg, die seit 1923 bestand, und gilt als einer Wegbereiter der Universität Regensburg.

Leben und Wirken

Josef Engert, Sohn des Ochsenfurter Seilermeisters und Stadtkämmerers Barthel Engert aus der 1881 geschlossenen Ehe mit Maria Christine Scheckenbach (1852–1913) und jüngerer Halbbruder des Theologen Thaddäus Engert (1875–1945), studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Universität Löwen, wo er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KAV Lovania Löwen war. 1904 wurde er Kaplan, 1910 Religionslehrer. Wegen der Exkommunikation des Bruders im Modernismusstreit [1] scheiterte Josef Engerts erster Habilitationsversuch 1910 in Würzburg. 1905 erfolgte die Promotion in Theologie, 1907 in Philosophie.

Theologieprofessor

1913 wurde er Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Dillingen/Donau und wechselte 1923 nach Regensburg. Dort war er Rektor von 1928 bis 1931 und wieder nach 1945. 1948 wurde er emeritiert, beteiligte sich dennoch führend an den Vorbereitungen der Gründung einer vierten Landesuniversität in Bayern. Er arbeitete parallel auch als Seelsorger.

Als Prorektor unterschrieb Engert im November 1933, ebenso wie der Rektor Franz Heidingsfelder und alle anderen Professoren der PTH Regensburg, das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler. [2] Joseph Engert war laut dem Kirchenhistoriker Karl Hausberger ein antidemokratischer „Rechtskatholik“, der als Brückenbauer zum Nationalsozialismus und als Mitglied im Nationalsozialistischen Lehrerbund [3] (seit 1. Juni 1933, Mitgliedsnummer 24611) die Hochschulpolitik der NSDAP an der PTH in Regensburg verankern wollte. Engert war seit Oktober 1934 Mitglied in der Reichsschrifttumskammer [4] und konnte so bis 1944 ungebrochen publizieren. Seine Schrift Wohin geht Amerika von 1937 ist angereichert mit „nationalistischen, rassistischen und antisemitischen Anklängen“.

Eine Recherche von 2014 zeichnete Engert als völkischen Theologen und Antisemiten, der das NS-Regime aktiv unterstützte. Engert habe in katholischen Publikationen für Geistliche die Nürnberger Rassengesetze begrüßt und sich nach Kriegsende als Gegner des Regimes dargestellt. [5]

Ehrungen und Auszeichnungen

Siehe auch

Quellen

Erläuterungen und Hinweise

  1. Unter dem Schlagwort Modernismus fasste man in der römisch-katholischen Kirche bis in die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil innerkirchliche Strömungen und wissenschaftliche Meinungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zusammen, die theologische Lehren mit dem jeweiligen Erkenntnisstand der modernen Wissenschaften und Philosophie in einer Weise zu verbinden suchten, die Widersprüche zwischen katholischem Glauben und modernem Weltbild aufheben und der kirchlichen Lehre den Anschluss an die Moderne ermöglichen sollte. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  2. Das Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat wurde am 11. November 1933 zur Feier der „nationalsozialistischen Revolution“ des Jahres auf einer Festveranstaltung in der Alberthalle in Leipzig als Gelöbnis deutscher Gelehrter – meist im Beamtenverhältnis – vorgetragen. Weitere Informationen bei Wikipedia [2].
  3. Der Nationalsozialistische Lehrerbund (NSLB) war ein der Parteigliederung der NSDAP angeschlossener Verband. Er entwickelte sich ab 1933 zur alleinigen Lehrerorganisation im NS-Staat und bestand bis 1943. Weitere Informationen bei Wikipedia [3].
  4. Die Reichsschrifttumskammer (RSK) war eine der sieben Einzelkammern der von Joseph Goebbels 1933 gegründeten Reichskulturkammer. Weitere Informationen bei Wikipedia [4].
  5. Recherche Josef Englert von Robert Werner:
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