Johann Ulrich Kraus

Aus WürzburgWiki
Zur Navigation springenZur Suche springen

Johann Ulrich Kraus (* 23. Juni 1655 in Augsburg; † 16. Juli 1719 ebenda) war Kupferstecher, Grafikverleger und gestaltete ab 1696 den Würzburger Ratskalender.

Leben und Wirken

Krauß erlernte sein Kunsthandwerk in Augsburg bei Melchior Küsel, einem Schüler von Matthäus Merian. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Wien trat Krauß in den Augsburger Verlag Melchior Küsels ein. Im Jahr 1685 heiratete er dessen Tochter Johanna Sibylla Küsel. Er war in Augsburg tätig, wirkte aber weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Sein florierendes Unternehmen erhielt 1703 bei der Belagerung der Stadt einen schweren Schlag, als das Haus brannte und viele Druckplatten vernichtet wurden.

Oeuvre

Sein Stil ist im Zeitgeschmack des Hochbarock an französischen Vorbildern orientiert. Stark überladene Ornamentik herrscht vor, vereinzelt finden sich auch reizvolle Details. Die eigene Schöpferkraft kommt in den Bildern vor allem bei den rahmenden Beiwerken, Emblemen und Einfassungen zum Vorschein. Seine Bedeutung gründet sich auf die große Zahl und Vielfalt seiner Erzeugnisse.

Ratskalender der Stadt Würzburg

Er fertigte drei Druckplatten für den mehr als 130 Zentimeter hohen Ratskalender an, der den Stadtrat und sein Selbstverständnis nach innen und außen repräsentieren sollte. Dieser Kalender wurde ab 1696 für gut dreißig Jahre verwendet und das typographisch gestaltete Kalendarium wurde jedes Jahr aktuell eingefügt. Von den originalen Kupferplatten des Ratskalenders sind zwei im Museum für Franken erhalten. Der einzige bekannte komplette Originalabzug des Ratskalenders wurde 1962 aus dem Bürgerspital entwendet und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Fragmente eines anderen Exemplars sind im Besitz der Universitätsbibliothek.

Ausstellung

Zum 300. Todesjahr des Künstlers zeigte das Museum für Franken auf der Festung Marienberg vom 12. April bis 23. Juni 2019 eine Ausstellung.

Siehe auch

Quellen