Johann Georg Pickel

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Prof. Dr. Dr. Johann Georg Pickel (* 20. November 1751 in Sommerach; † 20. Juli 1838 in Würzburg) war Geheimer Medizinalrat und Professor der Chemie und Pharmazeutik an der Universität Würzburg.

Ausbildung[Bearbeiten]

Johann Georg Pickel studierte in Würzburg und wurde 1778 zum Doktor der Arzneiwissenschaften promoviert. Danach hielt er sich drei Jahre in Wien und Göttingen auf. 1782 habilitierte er sich zum Professor der Medizin und anschließend zum Professor der Chemie in Würzburg.

Lehre und Wissenschaft[Bearbeiten]

Pickel wurde 1782 zum ersten Inhaber des neugegründeten selbständigen Lehrstuhls für (Experimental-)Chemie und Pharmazeutik der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Sein Wirkungsbereich lag am Juliusspital, das damals als Stätte der medizinischen Lehre diente. 1786 ließ er das pharmazeutisch-chemische Laboratorium, das bis dahin der Apotheke angegliedert war, völlig neu einrichten. 1784 erzeugte er aus gesäuberten und getrockneten Tierknochen ein „leuchtendes Gas“. 1803 wurde er zum Medizinalrat ernannt. Von sich reden machte Pickel, als ab 1805 auf seinen Vorschlag hin für einige Jahre versucht wurde, mit Hilfe von Räucherungen der Frostschäden in den Weinbergen Herr zu werden. 1828 wurde zu Pickels 50jährigen Doktorjubiläum eine Medaille geprägt. Bis er 1836 in den Ruhestand trat, hielt er regelmäßig Vorlesungen über Experimentalchemie und pharmazeutische Chemie an der Medizinischen Fakultät. 1807 [1] wurde er zum Geheimen Medizinalrat ernannt.

Forschung und Entwicklung[Bearbeiten]

Überregionale Bekanntheit erlangte der Wissenschaftler auch durch die Entwicklung zahlreicher Medikamente. Neben der universitären Tätigkeit führte er eine pharmazeutische Fabrik, in der medizinischer Bedarf hergestellt wurde, wie z.B. Inhalationsapparate, Katheter und Thermometer.

Neuorganisation nach Pickels Tod[Bearbeiten]

Nach Pickels Tod wurden aus seinem universitären Arbeitsbereich zwei getrennte Lehrstühle für Chemie bzw. Pharmazeutik. Bis 1854 wurde das chemische Laboratorium noch als gemeinschaftliches Attribut von Universität und Juliusspital geführt, dann lösten Verträge die enge Verbindung.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach Professor Pickel wurde die Pickelstraße in der Äußeren Pleich benannt.

Literatur/Quellen[Bearbeiten]

  • Adelhard Kaspar: Professor Johann Georg Pickel. In: Die Mainlande, 14, Jahrgang (1963), S. 40 u. 44
  • Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memmniger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921. S. 302
  • Die Stiftung Juliusspital im Wandel der Zeit. Jahre der Erneuerung 1991-2011. Hrsg.: Stiftung Juliusspital Würzburg, 2011. ISBN 978-3-933964-06-9. S. 153
  • Klaus Koschel: Die Entwicklung und Differenzierung des Faches Chemie an der Universität Würzburg, in: Vierhundert Jahre Universität Würzburg. Eine Festschrift, hrsg. von Peter Baumgart, Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1982, S. 703-749, S. 708-714
  • Andreas Mettenleiter: Selbstzeugnisse, Erinnerungen, Tagebücher und Briefe deutschsprachiger Ärzte. Nachträge und Ergänzungen. Würzburger medizinistorische Mitteilungen 19 (2000), S. 459-524; S. 501a

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Post: „Forscher mit Unternehmergeist“ (27. September 2001)