Ehemaliger Zehnthof (Gaukönigshofen)

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Einfahrt des ehemaligen Zehnthofes

Die Einfahrt des Ehemaligen Zehnthofes ist ein Baudenkmal in Gaukönigshofen.

Standort[Bearbeiten]

Die Einfahrt befindet sich in der Zehnthofstraße 5.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie der Informationstafel auf der linken Seite der Einfahrt zu entnehmen ist, handelt es sich um den ehemaligen Zehnthof des Klosters St. Marx. Bereits in einem Schriftstück aus dem Jahre 1439 wird ein Zehnthof des Klosters St. Marx in Gaukönigshofen genannt, der der Priorin Katharina von Scherenberg gehörte. Der Löwenkopf auf der rechten Seite der Einfahrt erinnert an den Löwen als Symbol des Evangelisten Markus. [1]

1551 folgt die nächste urkundliche Nennung, als sich die Gemeinde und die damalige Priorin des Klosters St. Marx um die Besetzung der Zehntknechtstelle stritten.

Im 17. Jahrhunderts waren die alten Gebäude wahrscheinlich baufällig geworden und wurden erneuert. Das alte Haus des Zehnthofs wurde wohl 1669 gebaut und, nachdem es vermutlich 1803, also nach der Säkularisation, in Privatbesitz übergegangen war, erweitert. Später ging der Hof in Besitz der Familie Dürr über. Heute wohnt wieder eine andere Familie darauf.

Zum Zehnt in Gaukönigshofen allgemein heißt es in „Dorfgeschichte von 1600-1800“, S. 11: „In unserer Gemeinde gingen der Großzent und ein Drittel des Kleinzehnts an das Kloster St. Marx in Würzburg, das hier den Zehnthof besaß. Die Garben wurden vom Zehntknecht auf dem Felde ausgezählt, in der Zehntscheune gesammelt und unter Aufsicht des Kastenmeisters nach Würzburg gebracht“.

Beschreibung[Bearbeiten]

„Einfahrt des ehemaligen Zehnthofes, mit Löwenmaske, bezeichnet 1696. Pietà um 1700.“

Bildergalerie[Bearbeiten]

Historische Abbildungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Archiv der Gemeinde Gaukönigshofen
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Gaukönigshofen, Nr. D-6-79-134-20
  • Edeltraud Höfner: Gaukönigshofen. Ortsgeschichte von 1600-1800. Schrift zum Gemeindefest am 19. Mai 1985. Herausgegeben von der Gemeinde Gaukönigshofen aus Anlass des 10. Jahrestages des Zusammenschlusses der Gemeinden Acholshausen, Eichelsee, Gaukönigshofen, Wolkshausen und Rittershausen zur Einheitsgemeinde.

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Symbole der Evangelisten
    Auf vielen Bildern werden die vier Evangelisten mit ihren jeweiligen Symbolen dargestellt: Matthäus mit einem Menschen oder Engel, Markus mit einem Löwen, Lukas mit einem Stier, Johannes mit einem Adler. Diese vier Bilder sind der Offenbarung des Johannes (4, 6) entnommen, wo es in einer Vision des Gottesthrones heisst: „Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem Stier, das dritte sah aus wie ein Mensch, das vierte glich einem fliegenden Adler.“ Auch die Darstellung der vier Wesen mit Flügeln ist dieser Bibelstelle entnommen. Der Kirchenlehrer Hieronymus (347 bis 419) ordnete die vier Lebewesen den einzelnen Evangelisten zu, indem er auf die Anfänge ihrer Evangelien verwies: Matthäus beginnt mit dem Stammbaum und der Menschwerdung Jesu, daher der Mensch. Markus stellt an den Anfang seines Textes die Bußpredigt des Johannes, der wie ein Löwe seine Stimme in der Wüste erschallen lässt. Lukas berichtet zuerst vom Opferdienst des Priesters Zacharias, so dass der Stier als Opfertier zu seinem Attribut wurde. Und Johannes schließlich beginnt mit dem Prolog über das Wort Gottes und schwingt sich in einer Art „geistigem Höhenflug“ wie der Adler in Höhen, die die anderen nicht erreichen.
    Außer dieser Zuordnung zu den Evangelisten symbolisieren alle vier Wesen in der gemeinsamen Darstellung Jesus Christus selbst, dessen vier wichtigste Heilstaten in den Evangelientexten bezeugt werden: Der Mensch ist Abbild der Menschwerdung, der Stier bedeutet seinen Opfertod, der Löwe die Auferstehung und der Adler seine Himmelfahrt.
    (Quelle: Würzburger Katholisches Sonntagsblatt)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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