Deutscher Verein für Frauenstimmrecht

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Der Deutsche Verein für Frauenstimmrecht wurde 1902 gegründet und hatte die Einführung des Wahlrechts für Frauen zum Ziel.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Aktivistinnen für Frauenrechte Anita Augspurg und ihre Lebensgefährtin Gustava Heymann gründeten 1902 in Hamburg den Deutschen Verein für Frauenstimmrecht. Mit weiteren engagierten Frauen riefen sie zudem den Internationalen Frauenausschuss für dauerhaften Frieden ins Leben. Ihr Kampf galt der Einführung des Frauenwahlrechts als Grundvoraussetzung für die Gleichstellung der Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Der Deutsche Verein für Frauenstimmrecht war als Dachverband organisiert, dem Ortsgruppen und Landesverbände beitreten konnten. Als Ganzes wurde er auch Mitglied im Weltbund für Frauenstimmrecht.

1918 gelang es schließlich, das Wahlrecht für Frauen in Deutschland durchzusetzen. Bei der Wahl zur Nationalversammlung 1919 konnten die Frauen reichsweit erstmals davon Gebrauch machen. Im gleichen Jahr wurde das aktive und passive Wahlrecht für Frauen auch in der Bayerischen Verfassung festgeschrieben. Nach dieser erfolgten Durchsetzung der gesetzten Ziele wurde der Verein aufgelöst.

Ortsgruppe Würzburg[Bearbeiten]

Die Ortsgruppe Würzburg gründete sich als erste in Bayern im Mai 1908. Erst einen Monat zuvor hatte eine reichseinheitliche Neuregelung des Vereinsgesetzes eine Gründung solcher Vereine in Bayern möglich gemacht. Nach rund einem halben Jahr hatten sich bereits 36 Frauen der Ortsgruppe angeschlossen. Der Ortsverein erhielt Unterstützung durch den Verein Frauenheil, der auch seine Geschäftsstelle für die Versammlungen zur Verfügung stellte. Den Vorsitz hatte zunächst die Medizinstudentin Elsa Krauß inne, ihr folgte Emilie Goldschmidt, die Ehefrau eines Weinhändlers, dann übernahm im Jahr 1914 Klara Oppenheimer diese Stellung.

Die Würzburger Aktivistinnen sorgten dafür, dass die Frauenstimmrechtszeitung in Arztpraxen ausgelegt werden konnte, forderten Kandidaten vor Wahlen zu einer konkreten Stellungnahme in Sachen Frauenwahlrecht auf und engagierten sich als Wahlhelferinnen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte die Soufragettes betitelte öffentliche Veranstaltung des Bayerischen Vereins für Frauenstimmrecht im Alhambra am 26. Oktober 1912. Dr. Anita Augspurg hielt die Eröffnungsrede, Eleonora Tyson - eine Frauenrechtlerin aus London - das Hauptreferat. Nach der folgenden lebhaften Diskussion schlossen sich weitere 40 Frauen dem Verein an.

Nach der gelungenen Durchsetzung des Frauenwahlrechts konnten am 15. Juni 1919 erstmals vier Frauen in den Würzburger Stadtrat einziehen: Margarete Herold, Maria Oehninger, Klara Löwe und Barbara Ramig.

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Frauen in Würzburg. Hrsg.: Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt Würzburg. Echter Verlag, Würzburg 1996. ISBN 3-429-01759-9
  • Franz Ziegler, Gereon Rempe: Klara Oppenheimer. Würzburger Kinderärztin. Kämpferin für das Frauenrecht. Opfer des Holocaust. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2017. ISBN 978-3-8260-6365-7