Burgstall Klingenstein

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Der Burgstall Klingenstein ist eine abgegangene spätmittelalterliche Burganlage südwestlich des Bieberehrener Ortsteils Klingen.

Lage

Der Burgstall liegt auf einem bewaldeten Bergsporn rund 240 Meter südwestlich der Filialkirche St. Georg auf rund 300 Meter über Normalnull. Östlich verläuft im Tal die Tauber, nordwestlich befindet sich ebenfalls ein Taleinschnitt. Der Höhenunterschied zur Talsohle der Tauber beträgt etwa 45 Meter.

Geschichte

Vermutlich wird die Burganlage Klingenstein im 12. oder 13. Jahrhundert als Reichsburg errichtet. Bereits 1421 wird sie nur noch als Burgstall bezeichnet und scheint nicht mehr genutzt worden zu sein. Überlieferungen berichten davon, dass Konrad von Weinsberg im Jahr 1425 den Burgstall nebst dem Weiler Klingen von Konrad von Seckendorff kaufte. Die Burg Klingenstein soll im Jahr 1503 bereits aufgegeben und verfallen gewesen sein.

Beschreibung

Die Burg Klingenstein stand einst auf einer rechteckigen Fläche mit der Abmessung 20 auf 15 Meter. Zur weiter ansteigenden Bergseite wurde die Burg durch zwei Halsgräben geschützt: Der innere Graben direkt an der Burg, der äußere Graben in etwa 20 Meter Abstand dazu. Die Nordwestseite der Burg, die zu einem kleinen Nebental der Tauber abfällt, wurde zusätzlich zum Steilhang durch einen vier Meter breiten und einen Meter tiefen Hanggraben und einem ebenfalls vier Meter breiten vorgelagerten Außenwall gesichert.

Heutige Zeugnisse

Nordansicht des Hochbehälters beim Burgstall Klingenstein

Von der ehemaligen Wehranlage sind in dem überwucherten, unzugänglichen Waldgelände gegenwärtig nur noch die beiden Halsgräben und der Hanggraben zu erkennen. Von Mauerresten auf dem Burgplateau wurde in den 1970er Jahren berichtet. In der Umgebung ist der Burgstall heute auch als „Alte Sarge“ bekannt. Das Areal ist unter der Nummer D-6-6526-0001 als Bodendenkmal geschützt. Dreißig Meter südwestlich des Burgplateaus befindet sich außerhalb des inneren Halsgrabens auf dem Flurstück 488/1 ein mittlerweile aufgelassener Trinkwasserhochbehälter.

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bernd Fuhrmann: Konrad von Weinsberg - ein adliger Oikos zwischen Territorium und Reich. Franz-Steiner-Verlag, 2004, S. 162
  • Björn-Uwe Abels: Die vor- und frühgeschichtlichen Geländedenkmäler Unterfrankens. (Materialhefte zur bayerischen Vorgeschichte, Reihe B, Band 6). Verlag Michael Lassleben, Kallmünz 1979, ISBN: 3-7847-5306-X, S. 194–195. (Online-Fassung)
  • Hugo Knister: Klingen. Ein Dorf an der Romantischen Straße, Niederstetten 1971.
  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Bodendenkmäler in Bieberehren. Nr. D-6-6526-0001

Weblinks

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