Bezirksfeuerwehr Rennweg

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Feuerwehrhaus der Bezirksfeuerwehr Rennweg, um 1908

Die Bezirksfeuerwehr Rennweg (ab 1910: 6. Kompanie Rennweg) war von 1897 bis 1947 eine Einheit der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg. Das Feuerwehrhaus befand sich in der Gardisten-Straße (Hofstallstraße) und wurde beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 zerstört.

Lage

Über die frühere Lage des Feuerwehrhauses Rennweg gibt es unterschiedliche Angaben: Die Chronik der Feuerwehr Würzburg von 1983 verortet das Gebäude in die Gardisten-Straße bzw. Gardistenbau-Straße, einer nicht mehr existierenden Stichstraße der Hofstallstraße. [1] Thomas Memminger ordnete das Feuerwehrhaus ohne Hausnummer der Hofstallstraße zu. [2]

Geschichte

Zunächst gab es im Würzburger Bezirk Rennweg kein eigenes Feuerwehrhaus: Der Zug Ludwigshalle war auf dem Areal des ehemaligen Ludwigsbahnhofs untergebracht und äußerte häufiger die Bitte nach einer eigenen Unterkunft. Am 9. Januar 1897 ging der langersehnte Wunsch nach einer eigenen Heimat in Erfüllung: Im Bereich der heutigen Hofstallstraße wurde das Feuerwehrhaus Rennweg eingeweiht. Die Chronik der Feuerwehr Würzburg von 1908 schildert den denkwürdigen Moment folgendermaßen: [3]

„Am 9. Januar l. Js. vormittags 10 Uhr, wurde in feierlicher Weise die Übergabe des neuen „Feuerhauses Rennweg“ durch Herrn Hofrat Bürgermeister Dr. v. Steidle im Beisein der Herren Bürgermeister Michel, Rechtsrat Brand, Magistrat Schwarz und Gemeindebevollmächtigten Weiland vollzogen. Herr Bürgermeister Dr. v. Steidle erwähnte in seiner Rede die geschichtliche Entwicklung des Feuerlöschwesens und die Entstehung der einzelnen Bezirksfeuerwehren und schloß mit einem Hoch auf den allerhöchsten Protektor der bayer. freiw. Feuerwehren Kgl. Hoheit Prinzregent Luitpold. Kommandant Gräf gab seiner Freude über den langersehnten Wunsch der Mitglieder des Zuges Ludwigshalle, ein eigenes Heim zu besitzen, Ausdruck und schloß mit dem Wunsche, daß der neue Zug „Rennweg“ auch in Zukunft ein treues, eifriges Glied in der Kette der hiesigen Feuerwehr sein und bleiben möge. Herr Zugführer Väth [4] dankte dem Herrn Magistrats-Vorstand, sowie den Mitgliedern der beiden städtischen Kollegien für die genehmigten Mittel zur Erbauung der Requisitenhalle mit der Versicherung, daß der Zug „Rennweg“ auch für die Folge bestrebt sein werde, seine volle Schuldigkeit zu tun, zum Wohle der Mitbürger und zum Segen unserer lieben Vaterstadt und Schloß mit einem Hoch auf die beiden städtischen Kollegien.“

Nach der Übergabe gab es einen Frühschoppen im Smolensk. Ein Jahr später wurde aus dem „Zug Rennweg“ die „Bezirksfeuerwehr Rennweg“. [1] Zum 31. Dezember 1907 hatte diese Feuerwehreinheit 58 aktive Mitglieder. [5] Unterteilt war die Mannschaft in eine Steigerabteilung, eine Spritzenabteilung und drei Sanitäter. 1910 erfolgte aufgrund von Bestimmungen des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes die Umbenennung in „6. Kompanie Rennweg“.

Ende der Feuerwehreinheit

Beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurde das Feuerwehrhaus Rennweg vollständig zerstört. In einer ordentlichen Mitgliederversammlung am 1. Juni 1947 gab Oberkommandant Georg Engel bekannt, dass der Löschzug 3 (Sanderau) aus der ehemaligen 5. und 6. Kompanie mit Teilen der ehemaligen 3. Kompanie (Zentrale) gebildet wird. Die Feuerwehr Rennweg wurde damit endgültig aufgelöst. [6]

Siehe auch

Trivia

Seit 30. Januar 1968 befindet sich in der Hofstallstraße die Hauptwache der Berufsfeuerwehr Würzburg.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Freiwillige Feuerwehr der Stadt Würzburg: Jahresbericht 1982. 1858 bis 1983 - Rückblick über die vergangenen 125 Jahre. Selbstverlag, Würzburg, 1983, S. 41.
  2. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 2. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1921, S. 187
  3. Freiwillige Feuerwehr der Stadt Würzburg: Zur Fünfzig-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg. Würzburg, 1908, S. 74.
  4. Führer Wilhelm Väth
  5. Freiwillige Feuerwehr der Stadt Würzburg: Zur Fünfzig-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Würzburg. Würzburg, 1908, S. 157.
  6. Löschzug 3 Sanderau (Hrsg.): Chronik. Würzburg, Eigenverlag, 2000.