Bavaria Yachtbau GmbH

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Bavaria
Bavaria-Segelyachten auf der boot 2007
Bavaria Cruiser 32

Die Bavaria Yachtbau GmbH ist die größte Sportboot-Werft für Segel- und Motorboote in Deutschland mit Sitz in Giebelstadt, Bayern.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1978 vom Fensterfabrikanten Winfried Herrmann und dem Yachtcharter-Vermittler Josef Meltl gegründet. Im Jahr 2006 beschäftigte es 600 Mitarbeiter und produzierte rund 3500 Segel- und Motoryachten. Damit war die Bavaria Yachtbau eines der größten Yachtbauunternehmen Europas und die größte Serienwerft Deutschlands. Im Bereich Yachten von 30 bis 55 Fuß zählt das Unternehmen zu den drei Weltmarktführern. [1]

Im Juni 2007 übernahm der US-Finanzinvestor Bain Capital das Unternehmen von den Gründern. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht, laut Presseberichten lag er bei 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro und wurde zu Lasten des Unternehmens weitgehend fremdfinanziert. Im Zuge der Wirtschaftskrise ging der Umsatz des Unternehmens in den Jahren 2008 und 2009 von über 250 Millionen Euro auf rund 90 Millionen Euro zurück. Bain Capital gab im Oktober 2009 nach einem Entschuldungsschnitt die Kontrolle an die US-Hedgefonds Anchorage Advisors und Oaktree Capital Management ab, die jeweils 45 Prozent der Anteile übernahmen. [2]

Im August 2010 nahm der von den neuen Eigentümern bestellte, ehemalige Auto-Manager Jens Ludmann seine Arbeit als Sprecher der Geschäftsleitung auf, der zuvor als Chief Engineer bei Ford tätig gewesen war. Im Dezember 2010 wurde ein Vertrag zur Übernahme der italienischen Werft Cantiere del Pardo mit den beiden Marken Dufour und Grand Soleil unterzeichnet. Dies sollte zusätzliche Standbeine in Italien und Frankreich schaffen. [3]

Im April 2013 wurde Constantin von Bülow, ein Senior Vice President des Miteigentümers Oaktree, neuer CEO von Bavaria. Ludmann und der Marketingchef Haico van der Luyt verließen das Unternehmen. [4] Trotz unter Ludmann eingeführter neuer Modelle war die Produktionskapazität zu diesem Zeitpunkt nur zu 30 Prozent ausgelastet, als Jahresziel wurde eine Fertigung von 1200 Booten angegeben. Angekündigt wurde auch, die zwei Jahre zuvor übernommene Marke Grand Soleil wieder zu verkaufen. [5]

Im Juli 2014 übernimmt Bavaria Yachtbau in Giebelstadt den französischen Katamaranhersteller Nautitech Catamarans. Damit erweitert der heute zweitgrößte Hersteller der Welt für Segel- und Motoryachten Bavaria sein Produktportfolio von Einrumpf-Yachten auf den stark wachsenden Markt für Katamarane und setzt seinen stringenten Kurs, neue Märkte zu erschließen, fort. [6]

Seit 1. Februar 2015 ist Lutz Henkel CEO der Bavaria Yachtbau GmbH und löste damit Constantin von Bülow ab, der als Sprecher des Beirates in das Aufsichtsgremium von Bavaria wechselte. [7]

Heute beschäftigt die Bavaria Yachtbau GmbH in Giebelstadt rund 600 Mitarbeiter, wovon 150 in der Verwaltung arbeiten. Auf einer Grundfläche der Werft von 200.000 m² mit einer überdachten Hallenfläche für die Produktion von 70.000 m² werden jährlich insgesamt 1200 Motor- und Segelboote gefertigt.

Am 20. April 2018 beantragte das Unternehmen die Insolvenz, wobei die Produktion zunächst weiter geführt werden soll.

Modellprogramm[Bearbeiten]

Das Modellprogramm umfasst sowohl Segelyachten, Motorboote und seit dem Jahr 2014 auch Katamarane. Obwohl Bavaria Yachtbau als Segelboothersteller begonnen hat, sind heute auch die Motorboote sehr zahlreich verbreitet. Bavariayachten sind als typische Charteryachten im Segment der Mittelklasse aufgrund ihrer gutmütigen Segeleigenschaften[8] und des kostengünstigen Bereitstellungspreises für Fahrtensegler weit verbreitet.

Aktuelle Modelle[Bearbeiten]

Designpartner der Bavaria sind oder waren Farr Yacht Design, die BMW-Tochter DesignworksUSA und Design Unlimited. Die Virtess 42, die erste Flybridge von Bavaria[9], wurde in Kooperation mit dem italienischen Designerteam Too Design entwickelt. Neben Segelyachten für Fahrtensegeln stellt Bavaria seit 2012 auch ein One Design Sportboot her, den Daysailer B/One. [10]

  • Segelyachten
    • B/One - 23 ft
    • Easy 9.7 - 33 ft
    • Cruiser 33 - 33 ft
    • Cruiser 37 - 37 ft
    • Cruiser 41 - 41 ft
    • Cruiser 41S - 41 ft
    • Cruiser 46 - 46 ft
    • Cruiser 51 - 51 ft
    • Cruiser 56 - 56 ft
    • Vision 42 - 42 ft
    • Vision 46 - 46 ft
  • Motorboote
    • Sport 29 - 29 ft
    • Sport 32 - 32 ft
    • New Sport 300 - 30 ft
    • New Sport 360 - 36 ft
    • New Sport 400 - 40 ft
    • New Sport 450 - 45 ft
    • Virtess 420 - 42 ft
  • Katamarane
    • Nautitech Open 40 - 40 ft

Bavaria Testzentrum[Bearbeiten]

Da es in Giebelstadt keine Möglichkeit gibt, die neuen Boote in dem für sie vorgesehenen Element zu testen, werden die Yachten bei Probefahrten im firmeneigenen Testzentrum in Marktbreit am Main geprüft.

Kontakt[Bearbeiten]

Bavaria Yachtbau GmbH
Bavariastraße 1
97232 Giebelstadt
Telefon: 09334-942-0

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  2. Millionenverzicht: US-Hedge-Fonds entschulden Bavaria Yacht Presseartikel vom 4. Oktober 2009
  3. Bavaria Yachtbau übernimmt Dufour und Grand Soleil; motorboot24.com, 8. Dezember 2010
  4. Jochen Rieker: Bavaria-Investoren bauen Spitze um, Yacht.de vom 17. April 2013
  5. Dieter Wanke / Walter Wille: Viel investiert, kräftig verspekuliert, FAZ.net vom 17. August 2013.
  6. Bavaria & Nautitech, yacht.de, 28.07.2014.
  7. Lutz Henkel übernimmt Ruder bei Bavaria, yachtfernsehen.com, 31. März 2015.
  8. Testbericht zur Bavaria 50 in: Seglerzeitung 4/2005. *pdf
  9. Homepage Bavaria Yachtbau
  10. Ruessel Racer von Bavaria; Yacht.de, 24. Januar 2012