Am Bruderhof

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Am Bruderhof  

Stadtbezirk: Altstadt
Postleitzahl: 97070


Kiliansstatue am Bruderhof

Am Bruderhof bezeichnet einen Straßenabschnitt vor dem Burkardushaus im Süden des Doms. Er verbindet die Plattnerstraße mit dem Paradeplatz.

Der historische Bruderhof[Bearbeiten]

Der Name Bruderhof erinnert daran, dass in der frühen Zeit des Bistums die Geistlichen in klösterlicher Gemeinschaft lebten. Sie wurden die „Brüder des Heiligen Kilian“ genannt und wohnten zusammen im Bruderhof. Zunächst befand sich dieser nahe des ersten Doms (Salvatordom, am Standort des heutigen Neumünsters), später dann angrenzend an den Kreuzgang des Kiliansdoms, wo heute das Burkardushaus zu finden ist. Nachdem um das Jahr 1200 die Hausgemeinschaft aufgehoben wurde, ließen sich die Domherren eigene prunkvolle Anwesen errichten (siehe Domherrnhöfe in Würzburg). Der historische Bruderhof wurde beim Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 vollkommen zerstört.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Kiliansstatue[Bearbeiten]

Statue des Hl. Kilian vor dem Eingangsbereich des Burkardushauses. Sie befand sich bis 1945 über dem 1717 errichteten Torbogen, welcher von der Plattnerstraße zum Gebäudekomplex des ehemaligen Bruderhofs führte.

Denkmal für Konrad von Querfurt[Bearbeiten]

Denkmal für Konrad von Querfurt

Ein Denkmal erinnert an Bischof Konrad von Querfurt, der am 3. Dezember 1202 hier ermordet wurde. Es handelte sich dabei um eine Privatrache der adeligen Herren Bodo von Falkenstein und Heinrich von Ravensburg. Als Grund ist überliefert, dass der Bischof das Edikt König Philipps gegen Straßenraub und Mord auch gegen einflußreiche Adelige angewandt hatte. Unter anderem war er zwei Jahre zuvor unerbittlich gegen die Mörder Graf Eckarts vorgegangen. Konrad von Querfurt war Kanzler und Mitbegründer des Deutschen Ordens. Als Bischof von Würzburg amtierte er nur vier Jahre.

Das Denkmal befindet sich an der Ummauerung des Vorplatzes des Burkardushauses. Es besteht aus einer bronzenen Schriftplatte von ca. 2 Metern Höhe. Die Tafel wurde von Julius Bausenwein gestaltet und ersetzte ein früheres Denkmal, das sich neben dem Bogeneingang zum Bruderhof befunden hatte. Dargestellt ist ein aufrecht stehener Bischofsstab und die Jahreszahl 1202, daneben ist folgende Inschrift zu lesen:

HIC PROCUMBO SOLO SCELERI QUIA PARCERE NOLO – VULNERA FACTA DOLO DENT HABITARE POLO – KONRAD VON QUERFURT BISCHOF v. WÜRZBURG.
(Übersetzung: Hier falle ich zu Boden, weil ich das Verbrechen nicht übergehen will. Die durch Hinterlist beigefügten Wunden mögen mich im Himmel wohnen lassen.) [1] [2]

Anlieger[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Straßenabschnitt ist als Einbahnstraße ausgelegt. Die Durchfahrt zum Paradeplatz ist gesperrt. Seitlich befinden sich Parkplätze.

ÖPNV[Bearbeiten]

Straßenbahn.png Nächste Straßenbahnhaltestelle: Dom


Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen. Band I. Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967.
  2. Jörg Lusin: Würzburger Freiplastiken aus zehn Jahrhunderten: Ein Inventar und Wegweiser. Hart, Volkach 1980.

Literatur[Bearbeiten]

Angrenzende Straßen[Bearbeiten]

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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