Villa Sonnleitner

Die Villa Sonnleitner ist ein denkmalgeschütztes Anwesen im Stadtbezirk Steinbachtal.
Lage
Das denkmalgeschützte Anwesen befindet sich in der Leistenstraße 81 (Fl.Nr. 1035/2).
Geschichte
Das Bauamt der Stadt Würzburg regte im November 2024 die Denkmalprüfung des Anwesens Leistenstraße 81 an. Eine Ortseinsicht erfolgte am 8. Dezember 2025.
Die Villa wurde von Ludwig Sonnleitner als eigene Wohn- und Werkstattvilla errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der in München an der Akademie für Bildende Künste ausgebildete Sohn Otto Sonnleitner das Anwesen und die Werkstatt, ergänzte das östliche Werkstattgebäude als Metallwerkstatt, da er nicht nur mit Stein und Holz arbeitete, sondern vor allem Bronzeskulpturen schuf.
Als Wohn- und Wirkungsstätte der beiden bedeutenden Würzburger Bildhauer Ludwig und Otto Sonnleitner spiegelt der Bau mit seinen beiden Werkstatttrakten anschaulich die Lebens- und Arbeitsverhältnisse zweier wichtiger, regionaler Künstlerpersönlichkeiten in Unterfranken des 20. Jahrhunderts.
Die Leistenstraße 81 ist ein spätes, bis heute ein wesentlich unverändert überliefertes Beispiel der sog. Reformarchitektur, einer kurz vor dem Ersten Weltkrieg aufkommenden Architekturströmung, die sich vom Historismus abwandte, aber dennoch an traditionellen Bauweisen und z. T. Stilelementen festhielt.
Baubeschreibung
„Künstlervilla mit zwei Werkstattbauten, Villa Sonnleitner, zweigeschossiger Mansarddachbau mit mittig halbrund vortretendem Treppenhausrisalit und Dachterrasse, seitlich angesetzt zwei eingeschossige walmdachgedeckte Atelierbauten, zusammen mit der Villa eine Dreiflügelanlage ausbildend, 1927; Reste der Gartenanlage, gleichzeitig; Einfriedung, gleichzeitig.“
Das Erdgeschoss mit den beiden flankierenden Werkstattgebäuden diente ursprünglich als Bildhauerwerkstatt; im Ober- und ausgebauten Dachgeschoss, erschlossen über eine hölzerne Wendeltreppe im erwähnten Treppenhausrisalit, ist je eine abgeschlossene Wohneinheit eingerichtet. Mit dem Eigentümerwechsel in den späten 1980er Jahren wurden die Werkstattgebäude und das Erdgeschoss für Wohnzwecke umgenutzt, wobei der Werkstattcharakter und ursprüngliche Werkstatteinbauten erhalten blieben. Auch die Wohnungen im Ober- und Dachgeschoss sind mit ihren wandfesten Einbauten von Dielenböden, Türen mit Türfutter bauzeitlich überliefert. Teilweise erhalten ist auch der bauzeitliche Fensterbestand.
Siehe auch
Quellen
- Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Würzburg, Nr. D-6-63-000-1172
- Vorlage - 04/6300-8914/2026 der 106. Sitzung des Stadtrates am 16. Mai 2026
