Relief Hauptstraße 21 (Gaukönigshofen)

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Anwesen Hauptstraße 21 mit dem Relief „Marientod“
Relief „Marientod“
Historische Abbildung des Vormessnerhauses mit dem Relief

Das Relief Hauptstraße 21 ist ein Baudenkmal im Gaukönigshofen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wand, in welcher das Relief angebracht ist, gehört zum alten Vormessnerhaus, welches im 16. Jahrhundert vermutlich auf den Mauern eines zuvor an dieser Stelle sich befindlichen Gutshofes errichtet wurde.

Das Vormessnerhaus ging wahrscheinlich aus einer Schenkung des kinderlosen Vorbesitzer, die auf dem Relief abgebildet sind, an die Kirche hervor, die das alte Haus abreißen und das Vormessnerhaus errichten ließ. Das Relief blieb dabei erhalten.

Gleiches geschah in den 1960er Jahren, als das alte Vormessnerhaus abgerissen und ein neuen Wohnhaus (Nr. 21) errichtet wurde. Das Haus steht heute noch.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Relief aus Sandstein aus der Zeit um 1460 befindet sich in einer überdachten Nische an einer Wand zwischen dem Wohnhaus und der Hofzufahrt. Es zeigt den Marientod [1], darunter die beiden Stifter.

Dargestellt sind die typischen Begleitfiguren der Dormitio-Darstellung - manchmal aus einer Schriftrolle oder aus Büchern lesenden oder Weihrauch entzündenden – Apostel; von ihnen und einigen anderen Personen wird Maria auf die Kissen des Sterbebettes gelegt.

Klassifizierung[Bearbeiten]

Nase, Gewandfalten und einige Hände wurden mehrfach restauriert bzw. ergänzt, was den originalen Eindruck erschwert. Das Relief stellt einen beeindruckenden Hinweis dar, dass Bildhauer auch im 15. Jahrhundert noch anonym blieben.

In dem Marientod beeindrucken vor allem die Gesichter, die unterschiedlichen Charakteren und Lebensalter der Apostel Ausdruck verleihen. Die Gestaltung der Haare und Hände sowie der Schnitt der Gesichter lässt den Künstler in den Nürnberger Raum verorten. Die Falten zeigen eine Nachfolge des sogenannten „Weichen Stils“. [2]

Denkmalliste[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmäler in Gaukönigshofen ist die Hausfigur eines Heiligen Sebastians unter der Nummer D-6-79-134-12 zu finden:
„Relief, Sandstein, Marientod, mit Stiftern, um 1460.“

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Erläuterungen und Hinweise[Bearbeiten]

  1. Marientod oder auch Dormitio (lat. für „Entschlafung“) bezeichnet in der Kunstgeschichte einen bestimmten Bildtyp, der den Tod Marias im Kreise der Apostel darstellt.
  2. Der weiche Stil ist eine Stilrichtung in der spätgotischen Malerei und Plastik um 1400. Wichtige Träger des weichen Stils sind stehende Marienbildnisse, die auch „schöne Madonnen“ genannt werden. Weitere Informationen bei Wikipedia [1] oder auch im grossen Kunstlexikon von P.W. Hartmann [2].

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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