Reinmar von Zweter

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Reinmar von Zweter (* um 1200 vermutlich in Zeutern, heute zu Ubstadt-Weiher in Baden-Württemberg; † nach 1248 in Eßfeld) war ein deutscher Minnesänger und wahrscheinlich ritterlicher Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

Reinmar von Zweter ist nach eigenen Angaben (Spruch Nr. 150) „am Rhein geboren und in Österreich aufgewachsen“. Er begann seine dichterische Laufbahn um 1227 (Spruch Nr. 125) in Österreich. Neben einer ersten Zeit am Babenberger Hof (unter Leopold VI. und Friedrich II.), die eventuell unter dem Einfluss Walthers von der Vogelweide gestanden haben könnte (G. Roethe), lässt sich zudem (zum Beispiel anhand der Sprüche Nr. 136–141) ab 1234/35 ein Aufenthalt in Böhmen am Prager Hof Wenzels I. nachweisen.

Nach 1241 muss man, da anderweitige Indizien fehlen und auf Grund der wechselnden Parteinahme Reinmars in seinen Sprüchen, von einem Leben auf Wanderschaft im Dienste verschiedener Gönner ausgehen. Der letzte datierbare Spruch Reinmars stammt aus dem Jahre 1248 (Spruch Nr. 223).

Reinmar von Zweter gilt als bedeutender Vertreter der Sangspruchdichtung zwischen Walther von der Vogelweide und Frauenlob. Auf Grund seiner hohen Formkunst wurde er von den Meistersingern zu den 12 Begründern der Meisterkunst gezählt. Er gastierte auch in Würzburg.

Werk[Bearbeiten]

Kernstück des überlieferten Werks Reinmars von Zweter sind ein religiöser Leich sowie die Sprüche im sogenannten Frau-Ehren-Ton, welche vor allem in den Handschriften C (Große Heidelberger oder Manessische Liederhandschrift, cod. pal. germ. 848; früher Pariser Liederhandschrift) und D (Heidelberg, cod. pal. germ. 350) überliefert sind.

Handschrift C beinhaltet den oben genannten Leich und 219 Sprüche, davon 217 im Ehrenton; Handschrift D insgesamt 215 Sprüche. Da 139 Sprüche doppelt überliefert sind, liefern C und D zusammen 239 Sprüche.

Neben diesen beiden für die Reinmar-Überlieferung wichtigsten Handschriften sind weitere Werke des Dichters in ca. 30 Handschriften und Fragmenten überliefert. Insgesamt verfügt die Forschung so über den Leich und rund 260 Sangsprüche, für die Reinmars Autorschaft gesichert scheint; bei 22 unter Reinmars Namen überlieferten Strophen ist dies strittig, 27 Strophen werden als unecht angesehen.

Quellen[Bearbeiten]

  • Edgar Bonjour: Reinmar von Zweter als politischer Dichter. Ein Beitrag zur Chronologie seiner politischen Sprüche, Bern 1922
  • Gustav Roethe (Hg.): Die Gedichte Reinmars von Zweter, Leipzig 1887 (Nachdruck Amsterdam 1966). (Die bisher einzige umfassende Arbeit über Reinmar von Zweter.)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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