Regina Josepha von Siebold

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Regina Josepha von Siebold (* 1771; † 1849) war Geburtshelferin und keine gebürtige Siebold, sondern erhielt den Namen durch Heirat.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Regina Josepha wurde als Tochter eines kurmainzischen Regierungsbeamten geboren und wuchs bei ihrem Onkel, Regierungsrat Lorenz Henning auf, der als Stadtschultheiss in Heiligenstadt amtierte. Es wird berichtet, dass sie bis zum 10. Lebensjahr leichte Knabenkleidung trug und das Reiten und Kutschieren erlernte, zwei Fertigkeiten, die ihr später sehr zugute kommen sollten.

Als 1786 der geliebte Onkel starb und ihr als Alleinerbin das Erbe streitig gemacht wurde, fand sie Hilfe bei einem Kollegen ihres Onkels, Georg Heiland, den sie 1786 heiratete. Bereits 1793 starb Heiland, angeblich durch die Ungeschicklichkeit eines Arztes beim Aderlass. Theodor Damian von Siebold, der die junge Witwe bei einer schweren Erkrankung behandelte, heiratete sie 1795 und adoptierte ihre beiden Töchter. Von ihrem Schwiegervater Carl Caspar, den sie zu einer Versöhnung mit seinem Sohn bewegen konnte, erhielt die couragierte Josepha dessen Lieblings-Geburtszange mit seinen Komplimenten und besten Wünschen als Geschenk überreicht.

1807 absolvierte sie in Würzburg bei ihrem Schwager Adam Elias von Siebold das Examen in praktischer Entbindungskunst. Anschließend übte sie ihren Beruf in Darmstadt aus. Für ihre besondere Kompetenz und ihr Engagement wurde ihr 1815 die Ehrendoktorwürde der Universität Gießen verliehen.

Ihre Tochter aus erster Ehe, Charlotte Heiland-von-Siebold (1788-1859), lernte die Geburthilfe von Mutter und Stiefvater. Zusätzlich erhielt sie Privatunterricht an der Universität Göttingen. 1817 konnte sie die reguläre Doktorprüfung ablegen und erhielt den Doktortitel. Auch sie erwarb großes Ansehen als Geburtshelferin.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Frauen in Würzburg. Stadtführer und Lesebuch. Hrsg.: Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt Würzburg. Echter, Würzburg 1996. S. 61f

Weblinks[Bearbeiten]