Otto von Griechenland

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König Otto I. von Griechenland

Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach (* 1. Juni 1815 in Salzburg; † 26. Juli 1867 in Bamberg) war bayerischer Prinz und von 1832 bis 1862 erster König von Griechenland.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Otto war der zweite Sohn von Ludwig I. von Bayern und seiner Frau Therese Charlotte Louise von Sachsen-Hildburghausen. Er war verheiratet mit Prinzessin Amalie von Oldenburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Seine Erziehung lag in den Händen bekannter Lehrer, beispielsweise Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling. Seine Erziehung war aber weder darauf gerichtet noch inhaltlich geeignet, ihn auf die Aufgaben eines Königs von Griechenland vorzubereiten.

Griechischer König[Bearbeiten]

Nachdem Ioannis Kapodistrias, erstes Staatsoberhaupt Griechenlands, im Oktober 1831 ermordet worden war, kam es zu einem Machtvakuum. Die Siegermächte der Unabhängigkeit Griechenlands, Großbritannien, Frankreich und Russland, intervenierten und schlugen der griechischen Nationalversammlung vor, einen europäischen Fürsten zum König zu wählen. Diese entschied sich für den 16-jährigen Prinzen Otto von Bayern, nachdem Karl von Bayern die Königswürde abgelehnt hatte. Am 8. August 1832 wurde Otto zum König von Griechenland ernannt. Die Regentschaft schuf die administrativen Grundlagen des modernen Griechenlands. Die griechische Gesetzgebung orientierte sich ebenfalls an deutschen Vorbildern, selbst das bayerische Reinheitsgebot für Bier war in Griechenland gültig.

Bevor die Haupt- und Residenzstadt 1834 nach Athen verlegt wurde, residierte der Hof zunächst noch in Nafplion. 1841 bezog Otto in Athen das von Friedrich von Gärtner erbaute Schloss, das heutige Parlamentsgebäude. An seinem 20. Geburtstag, nun volljährig, übernahm Otto am 1. Juni 1835 die Regierung eigenverantwortlich und bestieg als Von Gottes Gnaden, König von Griechenland den Thron. 1843 wurden vertragsgemäß die letzten bayerischen Truppen aus Griechenland abgezogen. Der König stand nun ohne verlässliche militärische Macht da. Sofort brach ein Militärputsch in Athen aus, der sich zu einem ersten Volksaufstand gegen König Otto ausweitete. Der zweite große Aufstand brach 1862 los, während sich das Königspaar auf einer Rundreise befand. Otto kehrte mit seiner Frau nach Bayern zurück, wo sie bis zu ihrem Tode in der ehemals fürstbischöflichen Residenz in Bamberg lebten.

Ottos Erbe[Bearbeiten]

Die griechische Staatsflagge verdankt ihm die weiß-blaue Farbgebung.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Nach König Otto von Griechenland ist die Ottostraße in der Würzburger Altstadt benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]