Johannes Dietl

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Prof. Dr. Johannes Dietl (* 21. Juli 1948 in Schönthal/Opf.) ist Gynäkologe und Geburtshelfer und war Professor an derJulius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach der Grundschule und wechselte er in die Augustiner-Klosterschule nach Weiden. Mit 14 Jahren verließ er ohne Schulabschluss die Klosterschule und besuchte zunächst die Landwirtschaftliche Berufsschule in Waldmünchen. 1963 wechselte er als Hilfsarbeiter in die Badische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF) nach Ludwigshafen am Rhein und begann 1964 eine Ausbildung zum Chemiewerker und Chemielaboranten. Nach der Bundeswehrzeit arbeitete er bei der BASF im Mess- und Prüflabor und begann nebenbei ein Fernstudium bei der Akademikergesellschaft (AKAD) Stuttgart zur Vorbereitung auf das Externen-Abitur, wobei er das letzte Jahr am Wochenendunterricht an der AKAD-Schule Frankfurt teilnahm. An der Hohen Landesschule in Hanau legte er die Reifeprüfung für Nichtschüler ab. Dietl studierte von 1972 bis 1978 Humanmedizin in Freiburg/Breisgau und Heidelberg. Nach der Promotion am Anatomischen Institut der Universität Freiburg erfolgte die Weiterbildung zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universitätsfrauenklinik Kiel. Neben seiner klinischen Weiterbildung in der Frauenklinik erhielt Dietl eine spezielle Ausbildung in der Gynäkopathologie am Pathologischen Institut der Universität Kiel. Nach der Habilitation ging Dietl 1986 als Oberarzt an die Frauenklinik der Universität Tübingen. Forschungsaufenthalte führten ihn an das Baylor College of Medicine und an das M.D. Anderson Cancer Center, Houston/Texas, sowie an das Nuffield Department of Obstetrics and Gynaecology der University of Oxford.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1996 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universität Würzburg als Nachfolger von Karl-Heinrich Wulf. 2014 wurde er emeritiert.

Forschungsgebiete[Bearbeiten]

Sein wissenschaftliches Interesse galt der Struktur und Funktion der Eihülle, der Immunologie der fetomaternalen Grenzzone und der Pathogenese des Gebärmutterhalskrebses.

Publikationen[Bearbeiten]

Neben seinen klinisch-wissenschaftlichen Arbeiten zeigte Dietl stets Interesse für historische Fragestellungen. So arbeitete er das dunkle Kapitel der Rolle der Universitäts-Frauenklinik Würzburg im Dritten Reich auf.

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Viele Jahre war er im Vorstand des Interdisziplinären Zentrums für klinische Forschung an der Universität Würzburg.

Erfinder[Bearbeiten]

Zusammen mit der Firma Hewlett-Packard in Böblingen entwickelte Dietl einen Kardiotokographen (HPm1350A), der die simultane Registrierung der Kindsbewegungen erfasst und auch bei Zwillingsschwangerschaften einsetzbar ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]