Friedrich Anton Leopold Reuss

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Prof. Dr. Dr. Friedrich Anton Leopold Reuss (* 18. September 1810 in Kitzingen; † 4. März 1868 in Nürnberg) war Mediziner, Philosoph, Professor und Bibliothekar der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Reuss studierte in München und an der Universität Würzburg Medizin und Philosophie. 1832 promovierte er an der Medizinischen Fakultät. 1833/34 erwarb er in Erlangen auch den Doktorgrad in Philosophie. 1834 wurde der Privatdozent zum Bibliotheksassistenten ernannt, später zum Unterbibliothekar.

Professor in Würzburg[Bearbeiten]

1840 wurde er zum Extraordinarius und Lehrstuhlinhaber am Institut für deutsche Philologie berufen. Nachdem 1854 aufgedeckt worden war, dass er Inkunabeln aus Sammelbänden der Universitätsbibliothek, deren Leiter er zwischen 1848 und 1859 war, herausgeschnitten und verkauft hatte, wurde er aus dem Staatsdienst entlassen.

Forschungsgebiet[Bearbeiten]

Reuss war 1839 einer der ersten Wissenschaftler, die auf Ortolf von Baierland aufmerksam gemacht haben. Er katalogisierte erstmals die Handschriften und Wiegendrucke der Universitätsbibliothek. [1]. In 17 umfangreichen Foliobänden (Universitätsbibliothek Würzburg M.ch.f. 660) trug er Dokumente zur Geschichte der Universität Würzburg zusammen. Seine Sammeltätigkeit konzentrierte sich auf die fränkische Geschichte und umfaßt Rechtsquellen und Realien ebenso wie seltene Bücher sowie spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriften, angefangen von literarischen Zeugnissen bis hin zu Kräuterverzeichnissen.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Ehrenbürger der Stadt Kitzingen

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernhard Schnell: Ein Würzburger Fragment des 'Iatromathematischen Hausbuchs'. Ein Beitrag zu dessen Überlieferungsgeschichte, Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 5 (1987), S. 123-141, S. 125

Weblinks[Bearbeiten]

  • Schubert, Ernst, "Reuß, Friedrich Anton Leopold" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 459 Onlinefassung