Friedrich-Neckermann-Garten (Aub)

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Südost-Zugang zum Friedrich-Neckermann-Garten am Stadtrand von Aub

Der Friedrich-Neckermann-Garten (auch Garten in der Lemmergrube) ist eine private, öffentlich zugängliche Gartenanlage am Stadtrand der Stadt Aub im Landkreis Würzburg. Die etwa einen Hektar große Anlage wurde 2006 von dem Unternehmer und Gartenliebhaber Friedrich Neckermann gestaltet und angelegt. Der Garten zeichnet sich durch eine vielfältige Bepflanzung, Brunnenanlagen, Skulpturen sowie saisonale Gedichttafeln aus. Am Eingang befindet sich die Inschrift: „Aus Freude an Blumen, Bäumen und Wasser gestaltet, der Freude aller gewidmet“.

Lage und Entstehung

Die Gartenanlage befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Lehmgrube an der Straße nach Simmershofen, unmittelbar hinter dem früheren Betriebsgelände des von Friedrich Neckermann aufgebauten Schlachthofs. Die historische Lehmgrube gab dem Flurstück den Namen „Lemmergrube“. Charakteristisch für das Gelände sind eine steile Böschung als Relikt des früheren Lehmabbaus sowie Streuobstwiesen und Kleeäcker.

Bereits beim Erwerb der Grundstücke bestand ein konkretes Konzept für die spätere Gestaltung der Anlage. Erste Entwürfe entstanden während eines Krankenhausaufenthalts von Friedrich Neckermann. Die ursprüngliche Skizze entsprach weitgehend dem später realisierten Zustand des Gartens.

Gestaltung

Der rund ein Hektar große Garten wurde als abwechslungsreiche Landschaftsanlage mit Wegen, Brunnen, Blumenbeeten und Gehölzen konzipiert. Besonderes Augenmerk galt einer ganzjährigen Blütenfolge sowie unterschiedlichen Höhenstrukturen der Pflanzungen.

Zur Bepflanzung gehören unter anderem:

  • etwa 50 Hortensien,
  • rund 50 Rhododendren und Azaleen,
  • mehrere hundert Taglilien in verschiedenen Sorten,
  • etwa 100 Rosen,
  • Obstbäume sowie weitere Gehölze wie Rotdorn, Ahorn, Schneeball, Magnolien, Flieder, Säuleneichen, Platanen und Buchen.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten zwei Mammutbäume, die Friedrich Neckermann nach einer Reise in die Vereinigten Staaten pflanzen ließ. Die Bäume galten für ihn als außergewöhnliches Gestaltungselement der Anlage.

Die Rosenanlagen wurden gemeinsam mit Lore Neckermann geplant. Dabei entstanden symmetrisch angelegte Rosenbeete in unterschiedlichen Farbkompositionen. Rankhilfen für Ramblerrosen, Rosenbögen sowie Trompetenblumen und Clematis rund um die Brunnenanlage ergänzen das Gestaltungskonzept.

Wasseranlage und Bewässerung

Beim Bau der Brunnenanlage wurde eine natürliche Wasserquelle entdeckt, die den Einbau einer Zisterne ermöglichte. Über diese Anlage versorgt ein Bewässerungssystem die Beete des Gartens. Die Wasserversorgung erweist sich auch in trockenen Sommern weitgehend als ausreichend.

Kunst und Poesie

Neben der Gartenarchitektur prägen Kunstwerke und literarische Elemente das Erscheinungsbild der Anlage. Mehrere Holz- und Bronzeskulpturen, darunter Darstellungen von Rehen, einem Fuchs und zwei Tauben, wurden in die Anlage integriert. 2011 fand zudem ein historischer Bildstock einen neuen Standort auf dem Gelände.

Auf Initiative von Lore Neckermann wurden zudem Gedichttafeln aufgestellt, deren Inhalte mehrmals jährlich entsprechend der Jahreszeiten ausgetauscht werden. Die Idee dazu entstand nach einem Besuch des Kräutergartens des Kloster Benediktbeuern.

Nutzung und Bedeutung

Die Anlage ist bewusst nicht eingezäunt und als öffentlich zugänglicher Garten konzipiert. Trotz vereinzelter Fälle von Vandalismus und Pflanzenentwendung blieb die öffentliche Zugänglichkeit erhalten.

Für Friedrich Neckermann stellte die Gartenarbeit trotz seiner Erkrankung an Multiple Sklerose einen wichtigen Ausgleich zu Beruf und Krankheit dar. Viele Pflegearbeiten wurden weiterhin mithilfe eines motorisierten Fahrgeräts ausgeführt.

Die Anlage gilt als Ausdruck persönlicher Gartenkunst und privater Landschaftsgestaltung. Besonders geschätzt werden die Blütenvielfalt, die Aussicht in die umgebende Landschaft sowie die Verbindung von Natur, Kunst und Poesie.

Siehe auch

Quellen

Kartenausschnitt

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