Flugzeugabsturz bei Estenfeld 1945

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Bei einem Flugzeugabsturz bei Estenfeld am 16. März 1945 kam die siebenköpfige Besatzung eines britischen Lancaster-Bombers ums Leben.

Lage

Das Flugzeug stürzte bei Estenfeld in der Flurlage Kurzes Roth auf einen Acker ab. Angrenzend befinden sich heute die beiden Straßen Jahnstraße und Siedlerstraße, die zum Zeitpunkt des Absturzes noch nicht bebaut waren.

Flugzeugabsturz

Die Lancaster RF176 der Royal Air Force gehörte der Bomber Group No. 5 an und flog am 16. März zusammen mit 225 weiteren Maschinen Kurs auf Würzburg. Ziel war die Bombardierung der Stadt. Auf Höhe von Estenfeld wurde der Bomber entweder durch die deutsche Flugabwehr oder durch deutsche Nachtjäger abgeschossen und stürzte auf ein Feld. Laut Zeitzeugenaussagen streifte der Bomber dabei fast ein Hausdach in der Maidbronner Straße. Auf dem Acker gab es nach dem Absturz ein großes Trümmerfeld, die Motoren der Maschine hatten sich regelrecht in den Ackerboden gegraben. Geprägt war die Absturzstelle außerdem von zum Teil starkverbrannten Leichen bzw. Leichenteilen der Besatzung. Viele Bewohner aus dem Dorf, darunter auch Kinder, näherten sich am nächsten tag trotz des Verbotes der Absturzstelle. Alle sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben: Pilot Henryk Boleslaw Grynkiewicz (27 Jahre), Walter Milton Ratcliffe (19), John Lewis Jones (22), Eric John Day (23), Eric William Gibbs (22), Gordon Edward Gwalter (30) und Edmund William Browne (23). Die sterblichen Überreste wurden zunächst in einer Holzkiste nahe der damaligen Kindergräber an der nördlichen Außenmauer des Estenfelder Alten Friedhofs begraben. Dies geschah als eigenmächtige Aktion der örtlichen Nationalsozialisten, da es dazu im Pfarrarchiv keinerlei Dokumente gab und die Holzkiste die Aufschrift „Hier liegen die Verbrecher.“ trug. Am 10. Oktober 1947 wurden die Toten exhumiert und auf den Soldatenfriedhof in Dürnbach am Tegernsee gebracht. Dort ist die Crew in einem Gemeinschaftsgrab bestattet worden. Die meisten Flugzeugteile wurden wiederum in der Lehmgrube der Estenfelder Ziegelei Korbacher vergraben. Heute befindet sich auf dem früheren Korbacher-Gelände das Wohngebiet An den Linden.

Flugzeug

Bei dem viermotorigen Bomber handelte es sich um die Avro Lancaster Mk I RF176 mit der Kennung QR-T, die der Einheit 61 Squadron der Royal Air Force zugeordnet war.

Flugzeugbesatzung

Funktion Name Schicksal
Pilot Flight Lieutenant Henryk Boleslaw Grynkiewicz gefallen
Flugingenieur Sergeant Walter Milton Ratcliffe gefallen
Navigator Flight Sergeant John Lewis Jones gefallen
Bombenschütze Flight Sergeant Eric John Day gefallen
Funker Flight Sergeant Eric William Gibbs gefallen
Bordschütze Flight Sergeant Gordon Edward Gwalter gefallen
Bordschütze (Heckschütze) Flight Sergeant Edmund William Browne gefallen

Siehe auch

Quellen

Kartenausschnitt (Absturzstelle)

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