Bildstock am Sonnenberg 1625 (Kaltenhausen)

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Bildstock am Sonnenberg

Der Bildstock am Sonnenberg ist ein Baudenkmal in den Weinbergen gegenüber von Kaltenhausen.

Standort[Bearbeiten]

Der Bildstock befindet sich in der Weinlage Untereisenheimer Sonnenberg. Er befindet sich nicht an seinem ursprünglichen Aufstellort, der früher ca. 200 Meter weiter oben am Beginn der Schneebergschlucht war.

Beschreibung[Bearbeiten]

„Bildstock, Reliefaufsatz mit Kreuzigungsszene, auf erneuerter Säule, Sandstein, bezeichnet 1625.“

Die „Kreuzigung“, auch als „Marter“ bezeichnet, ist das häufigste Bildstockmotiv in Franken. Relativ selten dagegen ist die Darstellung mit beiden Schächern: Der Schächer zur Rechten neigt sein Haupt Christus zu, der zur Linken dagegen wendet es ab. Unter dem Kreuz Maria und Johannes.

Aufbau[Bearbeiten]

Auf Muschelkalksteinmauer - Sockelplatte - sich nach oben verjüngende Rundsäule - volutengeschwungenes Zwischenstück - rundbogiger Aufsatz

Ikonografie[Bearbeiten]

  • Aufsatzvorderseite: Relief der Kreuzigung flankiert von Schächern, zu Füßen Trauernde
  • Aufsatz seitlich links: Relief des Hl. Andreas
  • Aufsatz seitlich rechts: Relief des Hl. Petrus

Inschrift[Bearbeiten]

  • Aufsatzrückseite: ANNO 1625 HABEN CONRAT HOFFMANN VND MARGARETA HOFF[M]ENNIN SELIGER IRE KINDER DISEN BILTSTOK GOT ZV EREN MAHGEN LASSEN [D]EREN SEHLEN GOT GENEDIG SEI WOLLE. AM...
  • Zwischenstückrückseite: RH

Bildergalerie[Bearbeiten]

Sage[Bearbeiten]

„Es war zur Zeit der Ernte. Die ganze Familie war draußen auf dem Schneeberg, um das Korn zu schneiden. Nur die zwei Kleinsten - drei und vier Jahre alt - hatten sie zu Hause gelassen. Doch denen war inzwischen die Zeit zu langweilig geworden. Da beschlossen sie, zu Vater und Mutter auf den Schneeberg zu gehen. Den Weg dorthin würden sie schon finden!

Als die Familie abends heimkam, waren die Kleinen fort. Niemand aus der Nachbarschaft wußte von ihnen. Da begann man zu suchen; alle Nachbarn, ja das ganze Dorf, war auf den Beinen. Man durchstöberte jeden Winkel des Dorfes, man durchstreifte die Flur. Man suchte zwei Tage lang und fand keine Spur von den Kindern. Erst im weiteren Verlauf der Ernte wurden die beiden Kleinen gefunden; sie saßen zusammengekauert mitten in einem Acker - verhungert. Die vielen Spuren im Korn erzählten, dass die Kinder kreuz und quer gelaufen waren und nicht mehr aus dem Getreidefeld herausgefunden hatten.

Zur Erinnerung an ihren Hungertod errichteten die leidgeprüften Eltern den Bildstock auf dem Schneeberg.“ [1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Eisenheim, Nr. D-6-79-167-57
  • Infotafel Bildstockweg Eisenheim
  • Inventar religiöser Kleindenkmale im nördlichen Landkreis Würzburg (Gemeinden mit Ortsteilen), Abschnitt XVII, Universitätsbibliothek Würzburg, S. 292

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Infotafel Bildstockweg Eisenheim

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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