Brunnenhaus Gieshügel (Gerbrunn)

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Brunnenhaus Gieshügel (Gerbrunn) Nordansicht

Das Brunnenhaus Gieshügel diente der Wasserversorgung des Guts Gieshügel in der Gemarkung Gerbrunn.

Lage

Das Brunnenhaus befindet sich auf 251 m über N.N. etwa 75 m südlich der Gieshügeler Straße nahe der Gemarkungsgrenze zu Randersacker am Nordhang des Wachtelbergs. Das Brunnenhaus steht an einem Graben (Klinge), an dem in der Uraufnahme im BayernAtlas der „Wachtelbrunnen“ eingezeichnet ist. [1] [2] Der Hochbehälter liegt auf 307 m über N.N. mitten im Feld etwa 250 m östlich von Gut Gieshügel.

Geschichte

Die Wasserversorgung des hochgelegenen Guts Gieshügel war schwierig. Östlich vom Gut gab es den sogenannten Quellacker. Von dem wurde das Wasser über eine hölzerne Wasserleitung, deren Reste in den 1950er Jahren entdeckt wurden, zum Hof geleitet. In der Uraufnahme im BayernAtlas sind in der Nähe des heutigen Hochbehälters blau eingefärbte Linien zum Gut hin zu erkennen, die als Quellfassung und Wasserleitung interpretiert werden können. [3] Das zugehörige Flurstück 1657 in der Flurlage Längacker ist noch heute in der Flurkarte eingezeichnet. [4] Da das eigene Wasservorkommen insbesondere in trockenen Jahren nicht ausreichte und das 1887 aufgenommene Brennen von Industriealkohol den Wasserbedarf erhöhte, beauftragte die Universität Würzburg 1893 Carl Ludwig Fridolin Ritter von Sandberger eine Tiefbohrung durchzuführen. Da die Bohrungen nach Wasser erfolglos waren, wurden die Arbeiten schließlich eingestellt. Sandberger empfahl die Quellen „welche in einer kleinen Schlucht rechts von der Strasse von Gerbrunn nach dem Giesshügel hervortreten“ zu untersuchen. Die Quellen wurden in eine Zisterne zusammengeleitet und sind „nach den Mittheilungen des Pächters den ganzen Winter über beständig geblieben und haben bisher einen grossen Theil des Wasserbedarfs gedeckt.“ Das gesammelte Wasser wurde ab 1895 mittelst eines Motors vom Brunnenhaus auf den Hof getrieben. Wann der Hochbehälter errichtet wurde, ist nicht bekannt. Offensichtlich wurde er in der Nähe der ehemaligen Quellfassung gebaut, um die vorhandenen Wasserleitungen zu nutzen.

Bildergalerie

Siehe auch

Quellen

  • Informationstafel an der Gieshügeler Straße
  • Georg Palitza: Gerbrunn - Chronik und Heimatbuch. Hrsg.: Gemeinde Gerbrunn, 1991, S. 301 ff.
  • F. v. Sandberger: Die Bohrung auf dem Gieshügel, Gemarkung Gerbrunn in Sitzungs-Berichte der Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft zu Würzburg (1895) Heft 7, S. 103-105 Online Version

Einzelnachweise

Kartenausschnitt

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