Bernd Cibis

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Bernd Cibis, 2001

Bernd Cibis (* 28. Juni 1946 in Haßfurt; † 27. Juni 2002 in Bamberg) war ein deutscher Objektkünstler, Maler, Zeichner und Grafiker.

Familiäre Zusammenhänge[Bearbeiten]

Noch während seines Studiums heiratete er 1972 seine Freundin Barbara, mit der er eine gemeinsame Rucksacktour durch Südamerika unternahm.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach dem Abitur in Haßfurt besuchte Bernd Cibis die Kunstakademie München, erlebte den Beginn der 1968er-Bewegung hautnah und war schockiert vom konservativen Lehrbetrieb der Hochschule. Er beschäftigte sich daher mit den Theorien der Gesellschaftswissenschaften, Politik, Soziologie, Philosophie, Geschichte und der modernen Medien.

Kunsterzieher in Würzburg[Bearbeiten]

Cibis arbeitete von 1975 bis 1987 als Kunsterzieher am Würzburger Siebold-Gymnasium.

Künstlerisches Werk[Bearbeiten]

Bis Anfang der 1980er Jahre unterhielt er noch kein eigenes Atelier und schuf deshalb überwiegend kleinformatige Arbeiten, wie Collagen und verfremdete Spielzeugfiguren, die - auch heute noch - aktuelle Probleme thematisierten: Massentierhaltung, Umweltzerstörung, militärische Konflikte, Atommüll und überhandnehmende Industrialisierung. In seiner Objektkunst setzte er sich mit ähnlichen Themen und der - oft am Patienten vorbei agierenden - modernen Medizin auseinander.

Seine gesellschaftskritischen Arbeiten fanden in Würzburg nur wenig Anklang, er fühlte eingeengt und beschloß daher zwischen 1987 und 1990 in Ndanda/Tansania zu leben. In dieser Zeit schuf er etwa hundert Stelen aus Ebenholz, circa 1000 Arbeiten auf Papier und bemalte 100 Leinwände. Hierbei kümmerte er sich nicht mehr um Kompositionsregeln, die er als "Ballast an Kunstgeschichtswissen" empfand, sondern ließ sich von der reichen Farben- und Formenvielfalt Afrikas beeindrucken und inspirieren.

Nach seiner Rückkehr nach Franken lebte er mit seiner Familie in Bamberg und arbeitete freiberuflich. Bei zwei Münchner Banken übernahm er das Außen- und Innenraumdesign, war als künstlerischer Berater beim Umbau tätig, entwarf Möbel, Schalter, Lichtobjekte und einen Brunnen. Hierbei war Plexiglas einer seiner bevorzugten Werkstoffe aufgrund dessen vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten.

1992 unterrichtete und arbeitete Cibis vier Wochen an der Kunsthochschule in Quito/Ecuador. Die Mentalität, Sprache und Lebensfreude der Bevölkerung empfand er als positiv und auch seine Arbeiten aus dieser Zeit zeichnen sich durch noch kräftigere, aber zugleich leichtere Farben als in Afrika aus.

Ab 1994 unterrichtete Bernd Cibis wieder Kunst am Kaiser-Heinrich-Gymnasium in Bamberg und zog in der Ausstellung „Virus Blau“ in der Bamberger Stadtgalerie Villa Dessauer eine erste künstlerische Bilanz. Zeitgleich entdeckte er Federstahl für sich und lotete in zahlreichen Objekten die künstlerischen Möglichkeiten dieses Werkstoffes aus, der es ihm ermöglichte zufällige und absichtliche Bewegung sowie Geräusche in seine Kunst zu integrieren.

Ausstellung in Würzburg[Bearbeiten]

Die Ausstellung „Farb.Licht - Kunst unter Strom“ 1999 in der Städtischen Galerie Würzburg dürfte mit Sicherheit zu den Highlights seiner Karriere gehört haben. Eines seiner Lichtobjekte wurde unter einem Dach mit Arbeiten international renommierter Künstler wie Dan Flavin, Mauricio Nannucci und Bruce Nauman präsentiert und brauchte keine Vergleiche zu scheuen. Kurze Zeit später erkrankte der Künstler schwer und verstarb im Alter von 55 Jahren.

Einzelausstellungen[Bearbeiten]

  • 1977 Castell-Bank, Würzburg
  • 1984 Spitäle, Würzburg
  • 1985 Rathaus (Innenhof), Schweinfurt
  • 1986 Institut für Philosophie, Würzburg
  • 1986 Forum Kunst, Würzburg/Sulzdorf
  • 1986 Produzentengalerie Adelgundenstraße, München
  • 1986 Palais Stutterheim, Erlangen
  • 1990 Galerie am Andlauer Hof, Eichstätt
  • 1990 Deutscher Entwicklungsdienst, Berlin
  • 1992 Kronberg im Taunus
  • 1992 Galerie Posada des las Artes Kingman, Quito (Ecuador)
  • 1992 Galerie El Condado, Quito (Ecuador)
  • 1992 Galerie Ilka Klose, Würzburg
  • 1993 Iwalewahaus, Bayreuth
  • 1994 Stadtgalerie Villa Dessauer, Bamberg
  • 1996 Galerie für Zeitkunst, Bamberg
  • 2000 MAQUET Surgical Academy Galerie, Rastatt
  • 2020 Retrospektive, Kunsthaus Michel, Würzburg

Gemeinschaftsausstellungen[Bearbeiten]

  • 1981-83 Schloss Weissenstein, Pommersfelden
  • 1984 Kaiserburg, Nürnberger Burg, Nürnberg
  • 1984 Künstlerwerkstätten Lothringerstraße, München
  • 1986 Caen
  • 1986 Otto-Richter-Halle, Würzburg (mit Joachim Schaffer)
  • 1986 Kirchenburg, Ostheim vor der Rhön
  • 1986 Institut für ästhetische Grenzbereiche, Nürnberg
  • 1986 MAKKOM, Amsterdam (mit de Vries und van de Felde)
  • 1992 Künstlerwerkstätten Lothringerstraße, München
  • 1992 Art Frankfurt, Frankfurt am Main (durch Galerie Heseler, München)
  • 1993 Galerie Heseler, München (mit Angles Granini)
  • 1996 Galerie Ilka Klose, Würzburg
  • 1996 Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
  • 1998 Rathaushallen, Forchheim
  • 1999 Städtische Galerie, Würzburg
  • 1999 Kunstmuseum, Heidenheim
  • 1999 Stadtgalerie Villa Dessauer, Bamberg
  • 2000 Galerie Kunststück, Würzburg (mit Brigitte Miers)
  • 2000 Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
  • 2001 Kulturforum Abraxas, Augsburg
  • 2001 Ortung 11,Schwabach
  • 2001 Kunsthaus, Nürnberg

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Virus Blau, Katalog zur Ausstellung in der Villa Dessauer, Bamberg 1994
  • Michael Meuer: Auswärts - Künstler auf Reisen. München 1992, ISBN: 3-926220-44-9
  • René Hirner und Marlene Lauter (Hrsg.): Farb.Licht - Kunst unter Strom. Ostfildern-Ruit 1999, ISBN: 3-928155-40-7

Filmbeiträge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]