Johann T'Serclaes von Tilly

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Graf Johann T’Serclaes von Tilly

Graf Johann T’Serclaes von Tilly (* Februar 1559 auf Schloss Tilly/Brabant; † 30. April 1632 in Ingolstadt/Donau) war während des Dreißigjährigen Kriegs oberster Heerführer der Katholischen Liga im Dienste des Kurfürsten von Bayern.

Familiäre Hintergründe[Bearbeiten]

Johann entstammt der Familie der T’Serclaes de Tilly, einem alten niederländischen Adelsgeschlecht.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Die Familie bestimmte für ihn die geistliche Laufbahn. Die strenge Erziehung bei den Jesuiten veranlasste ihn mutmaßlich, das Kreuz mit dem Degen zu tauschen. Bereits mit siebzehn Jahren schlug er die militärische Laufbahn ein und diente sich bis zum Range eines Oberst mit 41 Lebensjahren hoch. 1603 wird er Generalwachtmeister unter Erzherzog und späteren deutschen Kaiser Matthias. 1609 bildete sich unter Führung Maximilians von Bayern die Katholische Liga als Antwort auf ein Bündnis protestantischer Fürsten und Tilly wurde in den Rang eines Generalleutnants berufen. Er führte die ersten Feldlazarette ein, die die ambulante Versorgung der Verletzten in Hauptverbandsplätzen und spätere stationäre Behandlung in Spitälern ermöglichten. Nach der Absetzung Albrecht von Wallensteins auf dem Reichstag zu Regensburg im Jahr 1630, war er bis zu seinem Tod auch Oberkommandierender des kaiserlichen Heeres. Tilly schlug für Kaiser und Kurfürst 38 Schlachten, von denen er lediglich zwei verlor.

Graf Tilly im Landkreis Würzburg[Bearbeiten]

Während des Dreißigjährigen Krieges lagerte er nach der gegen Gustav II. Adolf von Schweden verlorenen Schlacht von Breitenfeld 1631 in Unteraltertheim, wo der Überlieferung nach, seine Soldaten schlimm gehaust haben müssen, bevor er nach Nördlingen weiterzog.

Letzte Ruhestätte[Bearbeiten]

Tilly erlag einer Kriegsverletzung, die er sich während des Gefechts bei Rain am Lech erhalten hatte. Seine letzte Ruhestätte fand er in Altötting.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Pfarrer Friedrich Hauck: Geschichte von Unteraltertheim und Steinbach. Verlag der Darlehenskasse, Unteraltertheim 1921

Weblinks[Bearbeiten]