Vierströmebrunnen

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Der Vierströmebrunnen (auch Greifenbrunnen oder Auverabrunnen) befindet sich inmitten der Parkanlage des Juliusspitals, genau in der Verlängerung der Hauptachse.

Geschichte

Der Brunnen wurde im Auftrag des Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau zur Zeit der barocken Neugestaltung des Juliusspital-Fürstenbaus errichtet. Der Garten wurde damals im französischen Stil neu ausgeformt, der Brunnen wurde dabei als zentrales Schmuckelement angelegt. Sowohl Balthasar Esterbauer als auch Jakob van der Auwera bewarben sich mit Entwürfen um die Ausführung des Brunnens. Dass van der Auwera das Projekt im Zeitraum 1706-08 ausführte, belegen mehrere Rechnungen des Juliusspitals [1].

Beschreibung

Aus einem vierpassigen, in den Boden eingelassenen Brunnenbassin erhebt sich auf einem Felsenfundament das Ensemble mehrerer Figuren aus gelbem Sandstein: Mittig angeordnet ist ein aufsteigender Delfin. Er trägt auf seiner Schwanzflosse einen Greif (Fabeltier mit dem Leib eines Löwen sowie Kopf, Flügel und Krallen eines Adlers), der das Wappen des Fürstbischofs vorzeigt. Die vier darum gruppierten Personen werden meist als Allegorien der vier fränkischen Flüsse Main, Tauber, Sinn und Saale interpretiert. Zwischen ihnen sind als Wasserspeier weitere Delfine mit geringelten Schwanzflossen und offenen Mäulern platziert.

Der Gesamtaufbau weist stilistische und inhaltliche Ähnlichkeiten mit dem berühmten Vierströmebrunnen des Gianlorenzo Bernini auf der Piazza Navona in Rom auf. Im Gegensatz zu Berninis hoch auf einem Felsen über dem Bassin platzierten Flussgöttern, befinden sich die hiesigen Allegorien dicht über der Wasserfläche. Auweras Werk zeigt - wie es damals in der flämischen Bildhauerkunst üblich war - eine Verbindung von barocken und klassischen Elementen. Die Figuren sind nicht gleichmäßig im Kreis angelegt, wie es eine reine Barockplastik erwarten ließe. Vielmehr bilden sie zwei Paare, welche eine klare Vorder- und Rückansicht des Gesamtkunstwerks entstehen lassen. Der Greif betont durch seine herausgehobene Stellung die vertikale Mittelachse. [2] [3]

Bildergalerie

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gertrud Krüger: Jakob van der Auwera. Ein Beitrag zur Entwicklung der Würzburger Barockplastik. Inaugural-Dissertation an der Universität Würzburg. Buchdruckerei Bavaria GmbH, Würzburg 1931, S. IV - VI
  2. Gertrud Krüger: Jakob van der Auwera. Ein Beitrag zur Entwicklung der Würzburger Barockplastik. Inaugural-Dissertation an der Universität Würzburg. Buchdruckerei Bavaria GmbH, Würzburg 1931, S. 18 - 20
  3. Ulrich Wagner: Geschichte der Stadt Würzburg. Band 2, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2004, S. 645, ISBN 3-8062-1477-8

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