Johann David Steingruber

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Johann David Steingruber (* 25. August 1702 in Wassertrüdingen; † 5. November 1787 in Ansbach) war markgräflicher Landbauinspektor und Architekt im damaligen Fürstentum Ansbach.

Familiäre Zusammenhänge

Die Eltern von Johann David Steingruber waren Protestanten, die aus Österreich geflohen waren und im Markgrafentum Ansbach Aufnahme gefunden hatten. Sein Vater, David Steingruber (* 1658) war von Beruf Maurer und Leineweber. [1] Seine Mutter, Anna Barbara Steingruber, verstarb bei der Geburt von Johann David am Kindbettfieber. [2]

Leben und Wirken

Johann David wuchs im Hause seines Vaters und seiner Stiefmutter Sophia Barbara Lengfelder auf und besuchte die „lateinische Schule in Wassertrüdingen. Da es sein Vater zu einem gewissen Wohlstand gebracht hatte, musste er keine Not leiden. Wahrscheinlich absolvierte Johann David bei seinem Vater eine Maurerlehre und lernte dabei nicht nur das praktische Mauern und Verputzen, sondern auch das Architekturzeichnen. Entsprechend den Zunftregeln ging er 1720 auf Wanderschaft und wirkte unter anderem beim Schlossbau in Mannheim als Maurer mit.

Während seiner Wanderjahre hat er seine erste Frau, Anna Barbara Däubler, geheiratet und mit ihr eine erste Tochter Anastasia bekommen. Im Jahr 1728 wurde Johann David Steingruber als „Stuccator“ beim Residenzbau in Ansbach angestellt. Im gleichen Jahr am 21. Mai kam sein erster Sohn Johann Jacob in Ansbach zur Welt; seine Ehefrau Anna Barbara schenkte ihm bis 1743 fast jedes Jahr ein Kind.

Der berufliche Werdegang Steingrubers verlief in den ersten Jahren im Hofbaudirektorium. Aufgrund seines zeichnerischen Talents arbeitete er sich zum „Designateur“ empor und erst ab 1733 entwarf und realisierte er eigene Bauten. In der Zeit bis 1735 hat er hauptsächlich Aufmaßpläne der Residenzstadt Ansbach gezeichnet und damit die Grundlage für die markgräfliche Baupolitik geschaffen. Noch im Jahre 1734 wurde er zum Landbauinspektor befördert, aber erst ab 1736 von seinem Vorgesetzten, Leopoldo Retty, ausschließlich für das ländliche Bauwesen eingesetzt.

Werke

Bis zum Jahre 1750 nennt er in einem von ihm selbst zusammengestellten Gebäudeverzeichnis etwa 100 Bauwerke, die unter seiner Betreuung standen. Er nennt unter Neubauten 24 Kirchen, 18 Türme, 21 Schulhäuser bzw. Mesnerhäuser, 40 Pfarrhäuser, fünf Brauhäuser, drei Rathäuser, vier Spitäler usw. Johann David Steingruber prägte den Markgrafenstil insbesondere rund um Ansbach. 1750 ernannte ihn der Markgraf zum technischen Leiter der neugeschaffenen markgräflichen Baudeputation.

Werke im Landkreis Würzburg

Siehe auch

Quellen

Erläuterungen

  1. Leineweber ist die historische Berufsbezeichnung für Weber von Leinen, einem auf Handwebstühlen in Leinwandbindung hergestellten Gewebe.
  2. Das Kindbettfieber ist eine Infektionskrankheit, die nach einer Entbindung während des Wochenbettes oder nach einer Fehlgeburt auftreten kann, insbesondere auch im Falle einer unvollständigen Nachgeburt, und durch eine vom Beckenbereich ausgehende Gebärmutter- oder Bauchfellentzündung eine lebensbedrohliche Sepsis darstellt.