Heinrich der Poet

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Heinrich der Poet (auch: Heinricus Poeta) (* in Schwaben; † vor 26. November 1265 in Würzburg) war Chronist, Magister, bischöflicher Notar und Dichter des 13. Jahrhunderts. [1]

Leben und Wirken

Über das Leben Heinrichs existieren nur wenige genaue Nachrichten. Nach einem, möglicherweise in Paris absolvierten, Studium hielt er sich längere Zeit an der römischen Kurie auf, vor allem unter Papst Urban IV, der ihn anregte, ein Gedicht über die römische Kurie zu schreiben, und ihm eine Pfründe am Stift Neumünster zu Würzburg verlieh, wo er später als Scholastiker und Kanoniker belegt ist.

Werke

Sein wichtigstes Werk ist der um 1263/64 geschriebene „Liber de statu Curie Romane“, ein in 513 Distichen abgefasstes Poem. In Form eines Dialoges schildert der Dichter die Zustände am päpstlichen Hof, wobei sich ironische Distanz zum kurialen Betrieb und Bejahung des Papsttums ungefähr die Waage halten. Die Bedeutung des Gedichts beruht nicht so sehr auf der künstlerischen Form, sondern darauf, dass es uns einen Einblick gewährt in den Geschäftsbetrieb der Kurie Mitte des 13. Jahrhunderts. Es gibt Auskunft über das Mäzenatentum Urbans IV. Das Gedicht wurde im Mittelalter häufig kopiert und oft als Argument für die Existenz von Missständen an der Kurie verwendet. Zuvor hatte Heinrich schon ein Gedicht „Lacrime ecclesie“ verfasst; außerdem soll er noch „Gesta Johannis apostoli“ und einen „Liber de Septem Germanie columpnis“ (über die sieben Kurfürsten) geschrieben haben. Diese drei Werke sind jedoch nicht erhalten.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Hermann Grauert: Magister Heinrich der Poet in Würzburg und die römische Kurie. Abhandlungen der kgl. bayerischen Akademie der Wissenschaften, Philos.-philol. und hist. Klasse, 27, München 1912

Literatur

  • Hermann Grauert: Magister Heinrich der Poet in Würzburg und die römische Kurie. Band 3, Heft 1 (Aug 1913)
  • Alfred Wendehorst: Das Stift Neumünster in Würzburg. Germania Sacra NF 26: Die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Würzburg 4. de Gruyter, Berlin/New York 1989, S. 243, ISBN 3-11-012057-7

Quellen

  • Bernhard Schimmelpfennig: Heinrich der Poet. in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 421 f. Onlinefassung