Hans Sycher

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Hans Sycher war Uhrmachermeister im 16. Jahrhundert in Würzburg.

Leben und Wirken

Bis 1599 war eine Uhr auf dem Rathaus aufgestellt. Sie hatte nur ein Stundenschlagwerk und eine astronomische Uhr. Diese hatte lange Zeit, wahrscheinlich seit Erbauung des Rathauses (etwa ab 1497 bis 1515) ihren Dienst getan, war aber mittlerweile mangelhaft geworden. Im Winter 1559 beschloß der Magistrat, eine neue Rathausuhr anzuschaffen und wandte sich an Sycher. Dieser eröffnete er dem Stadtrat dass sich die Sache gut träfe, denn er habe gerade ein Uhrwerk in Arbeit Das hätte neben dem Stundenschlagwerk auch ein Viertelschlagwerk und zwei wunderschön geschnitzte Bilder und Wappen. Allerdings kostete das Werk 120 Gulden. Man bestellte das Uhrwerk alsbald. Zum Osterfest 1560 wurde die Uhr herbei geschafft und im Rathaussaal auf einer Bank zur Besichtigung aufgestellt. Meister Sycher hatte die Gewichte angehängt und die Zeiger eingesetzt. Die alte astronomische Uhr war in das neue Werk integriert worden. Etliche Wochen dauerte es, bis der Meister die Uhr im „Lanzentürmlein„ im Neuen Rathaus aufgestellt hatte. Die Stadtväter murrten schon über die Höhe der Verpflegungskosten, denn der Meister und seine Gesellen erhielten jeden Tag auf Kosten der Stadt im Spital (dem allgemeinen Kosthaus der Stadt) Speis und Trank. Endlich konnte die Arbeit abgeschlossen werden. Die Unkosten waren bis auf 320 Gulden angestiegen, denn Meister Sycher hatte die Kosten der Aufstellung nicht im Preis inbegriffen. Dazu kamen noch die hohen Verpflegungskosten. Daraus entstand ein Streitfall, der sich noch bis 1562 hinzog.

Figurenuhr

Nach jedem Stundenschlag öffnen sich die unteren Fenster, erscheint der Tod um sein Stundenglas umzustürzen. Zwei Ratsherren sehen aus den Seitenfenster. Unterhalb öffnet ein graubärtiger Kopf den Mund um die Stunde auszurufen, darunter eine Jungfrau den Kopf neigend. Über den Zifferblatt, die Stunden, Monatstage und Mondwechsel anzeigen, sieht man zwei rote Ochsen, sich mit den Hörnern stoßen.

Siehe auch

Quellen

Besonderheiten in Ochsenfurt in: Der Kessener, Ausgabe 1/2017, S. 26

Weblinks