Grauer Burgunder

Aus WürzburgWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grauer Burgunder im Weinberg

Grauer Burgunder (auch: Ruländer) zählt zu den weißen Rebsorten, obwohl die Trauben eher rötlich erscheinen. Er wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen und augenblicklich sind 5 % der deutschen Rebfläche, in Franken waren Ende Juli 2019 rund 91,83 Hektar mit dieser Weinrebe bestockt. [1]

Namensgeber[Bearbeiten]

Die französische Bezeichnung Pinot geht auf das französische "pin" (Kiefer) zurück und beschreibt die an Kieferzapfen erinnernde Traubenform. Die Bezeichnung Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Ruland zurück, der 1711 in Speyer in einem Garten die ihm unbekannte Burgunderrebe vorfand und vermehrte. Der Name Burgunder erklärt sich aus der ursprünglichen Herkunftsregion, das Grau aus der Farbgebung insbesondere nach Edelpilzbefall.

Geschichte[Bearbeiten]

Beim Grauburgunder handelt es sich um eine helle Knospenmutation des Blauen Spätburgunders. Von Burgund gelangte die Rebe in die Schweiz und nach Ungarn und vermutlich von dort im 14. Jahrhundert in unsere Regionen. Die hohe Qualität der Weine überzeugte die Winzer wohl schon im 19. Jahrhundert; stolz gaben sie der Sorte regional unterschiedliche Namen, die zwischenzeitlich verschwunden sind.

Grauburgunder im Weinberg[Bearbeiten]

Grauburgunder liefert recht gute Erträge und, wenn beabsichtigt, hohe Mostgewichte. Der dichtstehende Fruchtstand erleichtert den Botrytisbefall zur Erzeugung edelsüßer Weine. Die Sorte ist wenig krankheitsanfällig und kaum empfindlich gegen Frost. Sie wächst besonders gut auf Lößterrassen, aber auch auf Muschelkalkboden und steinigen Untergründen.

Geschmack[Bearbeiten]

Grauburgunder wird entweder im Stahltank, im großen Holzfass oder im Barrique mit biologischem Säureabbau ausgebaut. Die Weine sind meist trocken, mittelkräftig und etwas säurebetont, Ruländer werden dagegen sind häufig gehaltvolle Weine mit betonter Süße. Je nach Ausbaumethode und Qualitätsstufe ist die Farbe im Glas blassgelb, goldgelb oder bernsteinfarben. Dem Grauburgunder werden Duftnoten von grünen Nüssen, Mandeln, frischer Butter sowie fruchtige Aromen, die an Birne, Trockenobst und Rosinen, Ananas und Zitrusfrüchte erinnern, zugeordnet.

Essen und Trinken[Bearbeiten]

Ein junger, leichter, trockener Grauburgunder ist als Sommerwein gut geeignet. Trockene Kabinettweine und Spätlesen harmonieren gut mit Meeresfrüchten, kräftigem Seefisch, Pasta, Lamm, Wildgeflügel und Jungwild sowie reifem Weichkäse. Im Barriquefass ausgebaute Weine passen zu Lammgerichten und leichten Wildgerichten, etwa Wildgeflügel oder Reh. Fruchtig-süße Spätlesen oder edelsüße Auslesen ergänzen besonders gut fettreiche Edelpilzkäse und Desserts mit Honig, Mandeln oder Marzipan.

Synonyme[Bearbeiten]

Die Rebe des Grauburgunders ist auch unter den Namen Ruländer, Pinot Gris oder Pinot Grigio bekannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]