Geistlicher Glückshafen (Acholshausen)

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„Geistlicher Glückshafen“

Der Geistliche Glückshafen ist eine äußerst seltene Einrichtung im Friedhof Acholshausen, ein Gebet zu sprechen für die armen Seelen, die im Fegefeuer schmoren.

Lage[Bearbeiten]

Der Glückshafen ist in einer Mauernische gleich neben dem Eingang des Friedhofs untergebracht.

Geschichte[Bearbeiten]

Ob der Glückshafen bereits seit 1821 besteht, als der Friedhof an der Steig neu angelegt wurde, oder ob ihn einer der späteren Ortspfarrer errichtete, was wahrscheinlich ist, kann nicht mehr ermittelt werden. [1] 2016 wurde die Einrichtung aufgrund ihres maroden Zustandes renoviert. [2]

Ältere Leute erinnern sich noch, dass früher kaum ein Friedhofsbesucher den Ort der Toten verlassen habe, ohne eine Nummer zu ziehen und neben der Fürbitte die vorgeschriebenen fünf Vater unser und Ave Maria zu beten, ja oft hätten die Leute am Glückshafen Schlange gestanden.

Beschreibung[Bearbeiten]

Text des „geistlichen Glückshafens“

In der Nische ist eine Tafel aufgestellt, auf der zu lesen steht „Geistlicher Glückshafen“ und darunter eine Reihe von Empfehlungen, für Seelen aus verschiedenen Anlässen heraus zu beten. Unter der Tafel befindet sich ein Metallkästchen mit 70 Münzen, die jede eine Zahl von 1 - 70 trägt.

Um die Seelen aus dem Fegefeuer zu erlösen, so steht auf der Tafel, solle man fünf Vater unser und Ave Maria beten für die Seelen, deren Nummer man zuvor aus dem Kästchen gezogen hat. Darunter folgen 70 Fürbitten, wie z.B. für die Seelen für die niemand betet, aber auch Kirchenschwätzer oder solche Seelen, die naschhaft waren werden dem Gebet empfohlen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Angeblich besteht der Glückshafen seit 1890. Hierbei gibt es jedoch zu beachten.
    1. Die Tradition der sogenannten Glückshäfen stammt aus dem Bayerisch-Österreichischen Raum.
    2. Es existieren bereits seit dem 17. Jahrhundert Glückshäfen in gebundener Buchform aus dem Passauer Raum.
    3. Es müsste also ein Pfarrer aus dem oberbayerischen Raum diesen „Kult“ nach Acholshausen mitgebracht haben.
    4. Unter den Acholshäuser Pfarrern, die Hugo Wilz in seinem Band Nr. 4 nennt, ist jedoch keiner mit einem Bezug zu Altbayern dabei. Es wäre möglich, dass mit der Säkularisation und der Neubesetzung der Pfarrstelle in Acholshausen churpfalzbayerische Beamte der Brauch nach Acholshausen kam. Jedoch schreibt Wilz in seinem Heft 4 auf S. 60, dass 1804 Pater Norbertus Laufer von der churpfalzbayerischen Regierung als Pfarrer in Acholshausen eingesetzt wurde. Dieser war aber in Würzburg geboren und dort auch beim Priesterseminar, weshalb auch er zu diesem süddeutschen Brauch keinen Bezug aufweist.
    Zu guter Letzt ist es auch noch möglich, dass der Glückshafen tatsächlich erst 1890 aufgestellt wurde und gar nicht von einem Pfarrer, sondern von einem aus dem süddeutschen Raum stammenden Spender angebracht wurde. Dies ist jedoch nur Spekulation. (Quelle: Georg Menig, Archiv Gaukönigshofen)
  2. Main-Post: „Eine echte Rarität renoviert“ (30. Juni 2016)

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

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