Flugzeugabsturz bei Remlingen 1945

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Bei einem Flugzeugabsturz bei Remlingen am 13. Februar 1945 stießen zwei Lancaster-Bomber zusammen. Es gab elf Tote und drei Vermisste - lediglich ein Pilot überlebte den Absturz.

Lage

Die Absturzstelle befand sich ca. zwei Kilometer nordöstlich von Remlingen nahe der Kreisstraße WÜ 61 in Richtung Birkenfeld. Die Flurlage wird als Langental bezeichnet.

Flugzeugabsturz

Der Heimatforscher und frühere Oberlehrer Kurt Schüll hat sich intensiv mit dem Absturz der beiden Maschinen beschäftigt und auch anhand von Zeitzeugenaussagen den Hergang rekonstruiert: Demnach befanden sich die beiden Bomber auf dem Weg nach Dresden, um die Stadt zu bombardieren. An Bord einer der Lancaster-Maschinen befand sich eine Mannschaft der englischen Royal Airforce, das zweite Flugzeug gehörte der Royal Canadian Airforce, der kanadischen Luftwaffe. Wohl aufgrund des schlechten Wetters stießen die beiden Lancaster zusammen und stürzten zwischen Remlingen und Birkenfeld auf den Acker. Die genaue Kollisionshöhe ist bislang nicht bekannt. Aufgrund der üblichen Einsatzhöhen des Bomberstroms dürfte sie jedoch bei etwa 5.000 bis 6.000 Metern gelegen haben. Das Bild, das sich der herbeigeeilten Bevölkerung bot, muss schrecklich gewesen sein: Das Unglück hinterließ aufgrund zweier Bomben einen etwa sieben Meter breiten und vier Meter tiefen Krater, außerdem lagen Flugzeug- und Leichenteile in einem Radius von einem Kilometer verstreut in der Flur. Ein Flugzeugmotor schlug fünf Kilometer entfernt im angrenzenden Wald bei Birkenfeld ein und wurde unter anderem von belgischen Zwangsarbeitern geborgen. Letztlich gab es elf Tote und drei Vermisste. Nur ein kanadischer Pilot konnte sich per Fallschirm retten. Bei dem Flugzeugführer handelte es sich um Flight Lieutenant Merle Omer Franklin Frederic. Die toten Flieger wurden zunächst auf dem Friedhof Remlingen beigesetzt. Zwei Jahre später wurden die elf Opfer exhumiert und auf den Soldatenfriedhof in Dürnbach am Tegernsee gebracht. Die Namen der drei vermissten kanadischen Besatzungsmitglieder findet man heute in der Kriegsgräber-Gedächtnisstätte Runnymede in England.

Flugzeuge

Bei den beteiligten Flugzeugen handelte es sich um zwei viermotorige Bomber des Typs Avro 683 „Lancaster“. Die kanadische Maschine war der Einheit 405 Squadron zugeordnet, hatte die Seriennummer PB183 und die Kennung LQ-C. Die britische Maschine war der Einheit 576 Squadron zugeordnet, hatte die Seriennummer PD232 und die Kennung UL-O2. Beide Flugzeuge waren auf dem RAF-Stützpunkt Gransden Lodge stationiert.

Flugzeugbesatzungen

Insgesamt hatten die beiden Flugzeuge 15 Besatzungsmitglieder, von denen eine Person überlebte, elf Personen starben und drei Personen als vermisst gemeldet sind (vermutlich gefallen).

Lancaster PB183 (405 Squadron, RCAF)

Funktion Name Schicksal
Pilot Fl/Lt. Merle Omer Frederick überlebt
Flugingenieur F/O Joseph Anthony Kaucharik gefallen
Navigator Fl/Lt. John Kingsley Knights DFC vermisst, vermutlich gefallen
Bombenschütze F/O Donald Brant Olson vermisst, vermutlich gefallen
Bombenschütze (zusätzl. Besatzungsmitglied) F/O Earl Wellington Connolly gefallen
Funker/Bordschütze Fl/Lt. John Armitt vermisst, vermutlich gefallen
Bordschütze F/O Raymond Alfred French gefallen
Bordschütze F/O Fred Merrill Gordon gefallen

Lancaster PD232 (576 Squadron, RAF)

Funktion Name Schicksal
Pilot F/O Roland Richard James Young gefallen
Flugingenieur Sgt Kenneth George Greathead gefallen
Navigator Sgt George Robert James gefallen
Bombenschütze F/O Harold Norman Cheeseman gefallen
Funker Sgt Donald Philip Bannister gefallen
Bordschütze Sgt Harold Edward Ward gefallen
Bordschütze (Heckschütze) Sgt Ernest William Webb gefallen

Siehe auch

Quellen

Kartenausschnitt (Absturzstelle)

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