Hofanlage Untere Hauptstraße (Thüngersheim)

Aus WürzburgWiki
(Weitergeleitet von D-6-79-194-66)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hofanlage mit Umfriedungsmauer und Skulptur in der Unteren Hauptstraße 13 in Thüngersheim

Die Hofanlage Untere Hauptstraße ist ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex in der Gemeinde Thüngersheim.

Standort

Das große Anwesen befindet sich in der Unteren Hauptstraße 13 an der Ecke zur Hinteren Gasse.

Geschichte

Das stattliche Haus wurde ca. 1710 barockisiert und bis in die jüngste Vergangenheit vom Weingut Dietrich genutzt. Die großzügige Häckerhofanlage dokumentiert den Wohlstand der Weinbauern im 17. Jahrhundert. Das Gebäude besitzt ein verputztes Fachwerk mit Krüppelwalm und wurde nach der Inschrift an einem Fenstersturz 1595 errichtet, das Tor trägt die Jahreszahl 1599. Über der Eingangstüre ist die Bezeichnung H.A.V. 1710 zu lesen und hier befand sich im Giebelfeld eine Pieta aus dem 18. Jahrhundert. Besonderes Augenmerk verdienen die metallenen Wasserspeier in Drachenform von 1710.

Baubeschreibung

Kopie einer Skulptur von Balthasar Esterbauer aus der Zeit um 1723 auf der Umfriedungsmauer der Hofanlage

„Hofanlage; Wohngebäude, zweigeschossiger, verputzter Krüppelwalmdachbau [1] mit Fachwerkobergeschoss und Wasserspeiern, bez. 1710; Hoftoranlage, Rundbogentor mit separater Pforte, darüber Segmentbogengiebel und Pietà, gleichzeitig; Nebengebäude, eingeschossiger Massivbau mit Halbwalmdach und Vierpassfenster, um 1870; Einfriedung, Bruchsteinmauerwerk, darauf Abguss der Figurengruppe Madonna und Johannes d. Täufer, 18. Jh.; ehem. Ökonomiegebäude, schmaler, zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, 18. Jh.“

Esterbauer-Madonna

Das Original der Madonna vom Würzburger Hofbildhauer Balthasar Esterbauer aus der Zeit um 1723, das arg unter der Witterung gelitten hatte, wurde 1988 restauriert und in der Ölbergkapelle im Kirchhof südlich der katholischen Pfarrkirche St. Michael aufgestellt. Auf dem ursprünglichen Platz hoch auf der Umfriedungsmauer der Hofanlage thront nun ein Abguss, der im Dezember 1988 aufgestellt und am 11. Dezember 1988 von Dekan Pfarrer Werner Siegler gesegnet wurde. [2]

Siehe auch

Quellen und Literatur

  • Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Baudenkmäler in Thüngersheim, Nr. D-6-79-194-66
  • Weinbau und Weinhandlung Dietrich. Untere Hauptstraße 13. In: Baudenkmäler entdecken. Ein Rundgang durch das historische Thüngersheim. Hrsg.: WeinKulturGadenThüngersheim e.V., S. 3 (Online-Fassung)
  • Franz Zeyer: Bildstöcke, Kreuze, Hausmadonnen, Freifiguren und Grabdenkmäler - Ein Gang durch Thüngersheim und seine Gemarkung. Thüngersheim 1999

Weblinks

Einzelnachweise, Erläuterungen und Hinweise

  1. Wie beim Walmdach werden auch beim Krüppelwalmdach (auch: Halbwalmdach) die Seitenwände des Hauses durch die abgeschrägte Dachfläche bestimmt. Der Giebel bleibt jedoch - wie beim Satteldach - erkennbar und kann weiterhin zur Beleuchtung des Dachraumes mit Tageslicht herangezogen werden. Weitere Informationen bei Wikipedia [1].
  2. Main-Post: „Überlebensgroß thront die Madonna auf der Mauer“ (16. Dezember 1988)

Kartenausschnitt

Die Karte wird geladen …