Braunhof

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Lage des Braunhofs bis 1945

Lage[Bearbeiten]

Der Braunhof war ein Hof bzw. eine Sackgasse westlich der Plattnerstraße. [1]

Namensgeber[Bearbeiten]

Das Adressbuch weist aus, dass die Straße nach Bischof Bruno benannt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

In Adressbüchern des 19. Jahrhunderts ist die Straße als Braunshöfchen verzeichnet und umfasste die Häuser Nr. 116-123 im III. Distrikt [2] (in der Uraufnahme markiert mit Nr. 109). [3]

Der Straßenname Braunhof mit den Häusern Nr. 1-8 bestand bis 1945. Dann blieb das Areal bedingt durch Kriegszerstörung einige Jahre unbewohnt. Die Adressbezeichnung wurde nach der Neubebauung nicht wieder aufgenommen.

Der historische Braunhof[Bearbeiten]

Der Braunhof war im 13. Jahrhundert noch unzerteilt und Eigentum des Geschlechts derer von Nortenberg. Der damals viel größere Hof ging 1272 durch eine Schenkung an die Dominikanerinnen zu Rothenburg ob der Tauber über. [4] 1380 kam er dann an das Würzburger Dominikanerkloster, welches ihn teilte und an Bürger zu Lehen gab.

Der Sage nach soll der historische Braunhof den Namen davon erhalten haben, dass ihn Bischof Braun oder Bruno, der von 1034 bis 1045 in Würzburg regierte, bewohnt hat. Thomas Memminger jedoch leitet den Namen davon ab, dass der (Innen-)Hof von den Würzburgern in derbem Deutsch als ein Höfle bezeichnet wurde, in dem man ungestört seine Notdurft verrichten konnte. Daraus entwickelte sich in der Amtssprache und dann auch im Volk der Name Braunhof (auch Prunshof) oder, wie er von den Stadtschreibern geschrieben wurde, auch Curia Brunonis. [5] [6]

Einzelnachweise und Erläuterungen[Bearbeiten]

  1. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 51 f.
  2. Laut Adressbuch 1870/72
  3. Uraufnahme im geoportal.bayern.de/bayernatlas mit Hausnummern
  4. Thomas Memminger schreibt, dass der Hof 1272 durch ein Vermächtnis an die Augustinernonnen zu Rothenburg ob der Tauber überging. Das kann nicht sein, da es in Rothenburg ob der Tauber definitiv Augustinernonnen nicht gegeben hat. Der Irrtum könnte höchstens dadurch entstanden sein, dass die Rothenburger Dominikanerinnen die Regel des Hl. Augustinus angenommen haben. Karl Borchardt: Die geistlichen Institutionen in der Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber und dem zuhörigen Landgebiet von den Anfängen bis zur Reformation, Band 1, 1988, S. 170, bestätigt, dass die Schenkung der „Curia Brunonis“ 1272 an die Dominikanerinnen erfolgte. (Quelle: Dr. Hellmuth Möhring, Reichsstadtmuseum Rothenburg ob der Tauber)
  5. Thomas Memminger: Würzburgs Straßen und Bauten. 3. Auflage, Gebrüder Memminger Verlagsbuchhandlung, Würzburg 1923, S. 51 f.
  6. Enno Bünz: Stift Haug in Würzburg. Zweiter Teilband. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 987

Kartenausschnitt[Bearbeiten]

Ehemaliger Standort
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