Ausländer- und Integrationsbeirat

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Ausländer- und Integrationsbeirat 2014

Der Ausländer- und Integrationsbeirat ist die Interessenvertretung ausländischer Einwohner Würzburgs.

Geschichte[Bearbeiten]

1995 bildeten engagierte ausländische und deutsche Einwohner Würzburgs einen vorläufigen Ausländerbeirat. Dieser wurde im selben Jahr mit dem erstmals vergebenen Würzburger Friedenspreis ausgezeichnet. [1] Offiziell begründet wurde das Gremium dann im Jahr 1996.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

(Stand: August 2014)

Mitglieder[Bearbeiten]

Der Beirat besteht aus 15 direkt gewählten Mitgliedern, welche in der aktuellen Wahlperiode aus 11 verschiedenen Ländern stammen [2]:

  • Joaquin Balladares Uquillas, Ecuador
  • Maryam Boreiri Amazajerdi, Iran
  • Antonella Caprini, Italien
  • Zahir Durakovic, Bosnien-Herzegowina
  • Anna Saribekyan, Armenien
  • Gohar Ghazaryan, Armenien
  • Naoufel Hafsa, Frankreich/Tunesien
  • Murat Ipek, Türkei
  • Murat Kara, Türkei
  • Jeong Soo Kim, Republik Korea
  • Ellen Mirotadze, Georgien
  • Sharif Mohsen, Israel
  • Antonino Pecoraro, Italien
  • Regine Samtleben, Österreich
  • Mürsel Tastan, Türkei

Vorstand[Bearbeiten]

  • Antonella Caprini, Italien (Vorsitzende)
  • Murat Ipek, Türkei
  • Zahir Durakovic, Bosnien-Herzegowina
  • Naoufel Hafsa, Frankreich/Tunesien
  • Sharif Mohsen, Israel

Arbeitsgruppen[Bearbeiten]

  • Arbeit und Wohnen
Da dem Beirat die Belange der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sehr am Herzen liegen und er diese gezielt angehen möchte, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich mit den Themen „Arbeit und Wohnen“ beschäftigt.

Beratende Mitglieder[Bearbeiten]

Als beratende Mitglieder bzw. Sachverständige sind oder waren folgende Personen tätig:

Zweck[Bearbeiten]

Zweck des Ausländer- und Integrationsbeirates ist es, die gesellschaftliche Situation und die Lebensverhältnisse der Mitbürgerinnen und Mitbürger mit ausländischer Herkunft zu verbessern, die freie Entfaltung unterschiedlicher kultureller Gemeinschaften bei gleichzeitiger Toleranz Andersdenkenden gegenüber zu unterstützen, Diskriminierungen und Rassismus entgegenzuwirken sowie Verständnis und volle Akzeptanz zwischen den in der Stadt lebenden Deutschen und Nichtdeutschen unterschiedlicher Herkunft und Nationalität zu fördern und auf die Gleichstellung von Männern und Frauen hinzuwirken. Der Ausländer- und Integrationsbeirat fördert die Integration, ehrenamtliche Arbeit und das gesellschaftspolitische Engagement und ihre Anerkennung durch die deutsche Gesellschaft und deren Institutionen.

Tätigkeit[Bearbeiten]

In allen allgemeinen Fragen und Themen, welche Mitbürger ausländischer Herkunft betreffen, wirkt der Beirat beratend und vermittelnd. Er unterstützt die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger durch Aufklärung und Beratung in allen sie betreffenden Angelegenheiten bzw. vermittelt zu den zuständigen Fachdienststellen oder Organisationen. Er führt interkulturelle Veranstaltungen durch und informiert über Deutsch- und Integrationskurse. Über die Interessenvertretung hinaus setzt sich der Beirat gegen Rassismus und Diskriminierung ein.

Der Ausländer- und Integrationsbeirat hat außerdem die Aufgabe, bei allen allgemeinen und grundsätzlichen Fragen, die die ausländische Bevölkerung in Würzburg betreffen und die zum eigenen Wirkungskreis der Stadt gehören, an der kommunalen Willensbildung mitzuwirken. Der Beirat kann bei Stadtrat und Oberbürgermeister Anträge, Empfehlungen und Stellungnahmen einreichen, welche innerhalb von drei Monaten zu beantworten sind. Gleichermaßen muss der Beirat Anfragen der Stadtverwaltung im gleichen Zeitraum behandeln. Soweit im Stadtrat besprochene Themen den Aufgabenkreis des Beirats berühren soll dieser mit hinzugezogen werden. [3]

Projekte[Bearbeiten]

  • AULEKO, Deutsch-Training für Würzburger(innen) mit nicht-deutscher Muttersprache mit Schwerpunkt auf Aussprache-, Lese- und Konversationsfertigkeiten.
  • Bürgersprechstunden
Dem Beirat ist sehr am direkten Kontakt zu den Menschen gelegen, er möchte ein Beirat zum „Anfassen“ sein. Deshalb wurde eine so genannte „Bürgersprechstunde“ eingerichtet, die regelmäßig in verschiedenen Stadtteilen abgehalten wird. Damit möchte man den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stehen.
  • „Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Bayern“
Das Gesundheitsprojekt „Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Bayern (MiMi-Bayern)“ wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, die Betriebskrankenkassen in Bayern, die Sanofi Pasteur MSD GmbH und die MSD SHARP & DOHME GmbH. Das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. führt das Projekt in Kooperation mit zahlreichen Projektpartnern landesweit durch. Ein solcher Standortprojektpartner ist die Stadt Würzburg, genauer gesagt das Sozialreferat der Stadt Würzburg, in Zusammenarbeit mit dem Ausländer- und Integrationsbeirat.

Wahlen[Bearbeiten]

Gewählt wird alle sechs Jahre, jeweils in zeitlicher Nähe zur Kommunalwahl. Wahlberechtigt sind alle Einwohner Würzburgs, welche über einen ausländischen Paß bzw. eine doppelte Staatsangehörigkeit verfügen. Voraussetzung ist, dass sie bereits mindestens seit drei Monaten in Würzburg ansässig sind. Ebenfalls an der Wahl teilnehmen können Menschen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung, soweit sie bereits mindestens drei Jahre in Deutschland leben und spätestens sechs Monate vor der Wahl ihren Hauptwohnsitz in Würzburg angemeldet haben. Wie bei den Kommunalwahlen gilt auch hier das Mindestalter von 18 Jahren.

Abgegeben werden dürfen drei Stimmen, die auch auf die Listen verteilt werden können. Pro Kandidat darf nur eine Stimme vergeben werden. Es besteht nicht die Möglichkeit, eine Liste als Ganzes zu wählen.

Die offizielle Wahlordnung für das Gremium kann auf der Homepage der Stadt Würzburg als pdf abgerufen werden.

Wahl 2014[Bearbeiten]

Die letzte Wahl fand am 29. Juni 2014 statt. Die Durchführung erfolgte als Briefwahl. Zusätzlich wurde im Rathaus ein Wahlraum eingerichtet, in welchem die Stimme direkt abgegeben werden konnte. Zwei Gruppierungen schickten Kandidaten und Kandidatinnen ins Rennen: Die Liste „Würzburg international“ und die „Interkulturelle Liste Würzburg“.

Ergebnis

Bei einer Wahlbeteiligung von 948 Personen (das entspricht 9,20% der Stimmberechtigten) wurde folgende Stimmenverteilung ermittelt:

Würzburg international
Name Land Stimmen
Pecoraro, Antonino Italien/Deutschland 329
Mirotadze, Ellen Georgien 176
Samtleben, Regine Österreich 172
Kim, Jeong Soo Republik Korea 131
Hafsa, Naoufel Frankreich/Tunesien 97
Galoyan, Marina Armenien 93
Ghazaryan, Gohar Armenien 87
Balladares Uquillas, Joaquin Ecuador 66
Kiros Berhe, Abay Äthiopien 52
Ghilamikael, Semhar Eritrea 41
Tamoew, Karen Kasachstan 38
Daryani Tabrizi, Amir Iran/Deutschland 33
Hosseinzadeh, Hassan Iran 31
Ackermann, Elif Türkei 31
Bozkurt, Himmet Türkei 28
Interkulturelle Liste
Name Land Stimmen
Caprini, Antonella Italien 252
Ipek, Murat Türkei 156
Kara, Murat Türkei 150
Mohsen, Sharif Israel 119
Tastan, Mürsel Türkei 114
Durakovic, Zahir Bosnien-Herzegowina 110
Boreiri Amzajerdi, Maryam Iran 78
Greiner, Rattiya Thailand 64
Njeri, Samuel Kenia 57

Kontakt[Bearbeiten]

Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Würzburg
Geschäftsstelle: Rathaus, Zimmer 214
Postadresse: Rückermainstraße 2, 97070 Würzburg
Telefon: 0931 - 37 32 29
Telefax: 0931 - 37 32 28
E-Mail: auslaenderbeirat@stadt.wuerzburg.de

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage Würzburger Friedenspreis zur Entstehung und Auszeichnung des Beirats
  2. Vorläufiges Ergebnis der Wahl des Ausländer- und Integrationsbeirats am 29.06.2014, Hrsg.: Der Wahlleiter der kreisfreien Stadt Würzburg
  3. Main-Post: „10 000 Würzburger an die Urnen gerufen“ (11. Juni 2014)

Weblinks und Quellen[Bearbeiten]