Arnulf Thiede

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Arnulf Thiede (* 20. August 1942 in Berlin; † 17. Dezember 2025 in Würzburg) war Chirurg und Professor an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg von 1991 bis 2008.

Leben und Wirken

Nach dem Abitur begann Arnulf Thiede an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel Medizin zu studieren. 1965 wechselte er an die Johann Wolfgang Goethe-Universität nach Frankfurt am Main. Schließlich ging er an die Eberhard Karls Universität Tübingen und die Freie Universität Berlin. Nach dem Staatsexamen 1967 und der Medizinalassistentenzeit wurde er 1971 in Kiel mit einer im klinischen Teil des Studiums bei dem (Transplantations-)Immunologen Wolfgang Müller-Ruchholtz begonnenen experimentellen Doktorarbeit promoviert. [1]

Thiedes chirurgische Ausbildung begann 1970 in der Chirurgischen Universitätsklinik Kiel unter Alexander Bernhard (kardiovaskuläre Chirurgie). Darauf folgte bis 1975/1976 seine Facharztausbildung in der Allgemein- und Unfallchirurgie bei Berthold Löhr und Dieter Havemann. [2] Wissenschaftlich engagierte er sich u. a. im Sonderforschungsbereich 111 der DFG. Ausbildungen in der Mikrochirurgie an Kleintieren und der Organtransplantation an Ratten erhielt er 1975 bei Sun Lee in San Diego, Erfahrungen in der Leberchirurgie und klinischen Transplantation unter anderem von Niere und Leber erwarb er unter anderem 1979 und 1980 in Denver und Pittsburg. Mit einer Arbeit aus der experimentellen Transplantationsforschung (zum Einfluss immunogenetischer Differenzen auf allogene Gefäßtransplantate bei Inzuchtratten) habilitierte er sich 1976. In Kiel baute der Chirurg 1979 eine Arbeitsgruppe für experimentelle Transplantationsforschung und ein klinisches Transplantationszentrum auf. Er befasste sich auch mit dem Ersatz von Magen und Enddarm nach der operativen Entfernung von Tumoren. Ab 1979 wurde er 1985 stellvertretender Klinikdirektor bis Ende 1987.[3] Ab 1988 war Arnulf Thiede chirurgischer Chefarzt in Neumünster, dem größten Lehrkrankenhaus der Universität Kiel.

Professor in Würzburg

Im Jahr 1991 auf den chirurgischen Lehrstuhl der Julius-Maximilians-Universität berufen, leitete er als Nachfolger von Ernst Kern in Würzburg die Chirurgische Klinik und Poliklinik I. Hier führte er die Laparoskopie ein, besser bekannt unter dem Schlagwort „Schlüsselloch-Chirurgie“. In den 1990er-Jahren wurde unter seiner Leitung in Würzburg erstmals die Transplantation von Lebern und Bauchspeicheldrüsen verwirklicht. In seine Amtszeit fiel vor allem der Bau des deutschlandweit modernsten Zentrums für operative Medizin, den Thiede von den ersten Planung bis zum Bezug betreute.

Im August 2008 emeritierte Arnulf Thiede. Sein Nachfolger wurde Christoph-Thomas Germer.

Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)

Siehe auch

Quellen

Hinweise und Einzelnachweise

  1. Arnulf Thiede: Über den Einfluss kurzfristiger Cyclophosphamid-Behandlung auf Histokompatibilitätsreaktionen bei allogenetischen Rattenparabiosen. Medizinische Dissertation Kiel 1971. Publiziert in: Zeitschrift für die gesamte experimentelle Medizin. Band 151, 1969.
  2. Arnulf Thiede: Reflexionen zur chirurgischen Laufbahn: Gegenwart und Zukunft der Chirurgie. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018 (2021), S. 231–252, hier: S. 232 und 235.
  3. Arnulf Thiede: Reflexionen zur chirurgischen Laufbahn: Gegenwart und Zukunft der Chirurgie. 2017, S. 233–235.
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